„So sei von unserem Herrn behütet, Bruder Martin!“ Krankenhausseelsorger Martin Egervari verabschiedet

„Es werden kommen von Osten und Westen, von Norden und Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“  Mit dem Wochenspruch für die kommende Woche leitete der scheidende Krankenhausseelsorge Pfr. Martin Egervari am Samstagabend, 21. Januar 2016 in der Pauluskirche in Konstanz seinen eigenen Verabschiedungsgottesdienst ein. „Ich freue mich, dass Sie gekommen sind, um mit mir zu tun, was mir wichtig ist: Gottesdienst feiern.“

Wie wichtig es für ihn ist und wie gut, ernsthaft und gründlich er dieses Gottesdienstfeiern vorbereitet, davon konnten sich alle rund 90 Anwesenden noch einmal überzeugen. Seine Predigt zu Johannes 4, 46-54 griff immer wieder den Gedanken „Macht was mit mir!“ auf, den Menschen in ihrer Not ausgesprochen oder unausgesprochen denken, bitten und erflehen. Martin Egervari thematisierte die in diesem Appell versteckte Hoffnung, die sich nicht nur an Gott wendet. „Die Hoffnung – es heisst, sie sei wie ein großes rundes Brot, das man gemeinsam essen muss. Auch wenn wir kein Christ sind: die Hoffnung kennt keine Grenzen.“

Echtes und tiefes Bedauern darüber, dass der 56jährige Theologe die Krankenhausseelsorge verlässt, kam in der Ansprache der Kirchenrätin für Seelsorge Sabine Kast-Streib zum Ausdruck, die aus Karlsruhe angereist war. „Ich werde Dich vermissen, Martin, menschlich und fachlich - auch Deine anregenden, humorvollen und konstruktiv-kritischen Einlassungen im Klinikseelsorgekonvent.“ Und Pfarrer Juri Dörsam, der Vorsitzende der Kirchengemeinde Konstanz, fasste seine Wertschätzung in wenige, aber umso eindrücklichere, fast poetische Worte: „Wie gut, dass Du in unserer Mitte warst. Danke für Dein Dasein.“ Bezüglich der Kollegialitä tund Einsatzbereitschaft von Martin Egervari hob er hervor: „Du hast so viele Vertretungen übernommen – ohne Zittern und Zagen, ohne Zögern und Zieren.“

Aufrichtig bedauerte auch Altenheimseelsorgerin Monika Schmidt den Weggang des 56jährigen. "14 Jahre haben deinen Blick auf Menschen geändert und Du hast erfahren, wie sich das Vergangene auf die Gegenwart auswirkt. Danke für Dein Dasein und Aushalten. Danke, dass Du die Kraft dazu hattest. Ich persönlich bin Dir auf drei Ebenen begegnet: als vertrauter Gesprächspartner, als den ich Dich vermissen werde, als Kollege, der mich entlastet hat und unzählige Male Rufbereitschaft übernommen hat und als Patientin in schwerer Krankheit."

Der katholische Krankenhausseelsorger und bisherige Kollege Pfr. Andreas Kluger erwähnte, dass Martin Egervari keinen besseren Zeitpunkt für seinen Abschied hätte wählen können: in der Gebetswoche für die Einheit der Kirche. „So sei von unserem Herrn behütet, Bruder Martin!“ schloss er den Reigen der Grußworte.

Martin Egervari war 14 Jahre lang in den Konstanzer Krankenhäusern als Klinikseelsorger tätig, wobei er sich nicht nur um die Kranken kümmerte, sondern auch das Personal nie aus dem Blick verlor und ansprechbar war, er feierte regelmäßig Gottesdienste in der Kapelle des Luisenheims und wirkte mit beim Aufbau des Förderkreises evangelische Krankenhausseelsorge im Kirchenbezirks Konstanz. Am 1. Januar 2017 hat er eine Stelle als Gemeindepfarrer in Immenstaad a. B. auf der anderen Seeseite übernommen.

Martin Egervari (*1960) ist in Wilferdingen bei Pforzheim aufgewachsen, studierte in Bielefeld-Bethel, München und Heidelberg Theologie, bevor er sein Vikariat in Rheinbischofsheim, Haslach i. K. und Meersburg (Bibelgalerie) absolvierte. Seine erste Stelle als Gemeindepfarrer versah er gemeinsam mit seiner Frau in Philippsburg. Seit 2002 wirkte er als Krankenhausseelsorger in Konstanz. Ab 2005 machte er eine Seelsorge-Ausbildung in klientenzentrierter Gesprächsführung (KSA) und in Palliative Care; in diesem Bereich lag auch sein Schwerpunkt in den letzten Jahren. Er iist verheiratet mit Pfrin. Sigrid Süss-Egervari und hat vier Kinder erwachsene Kinder.

Minne Bley

Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal und Kirchenrätin Sabine Kast-Streib segnen den scheidenden Krankenhausseelsorger.

Andacht September 2017

zu Lukas 13, 30 von

Weiterlesen...

einfach beten

Acht Impulse für einen veränderten Alltag

Flyer

Video

Zu Gast bei Luthers