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Drewermann im Gespräch: „Luther wollte mehr.“ Eine Rezension

Am Freitag, den 17. Juni 2017 findet in Engen die Buchvorstellung von "Luther wollte mehr" statt. Eine Rezension dieses Buches können Sie vorab hier lesen.

Der Journalist Jürgen Hoeren und der Theologe Eugen Drewermann unterhalten sich in diesem Buch über die Kirche, Theologie und Gesellschaft und kommen dabei Luther auf die Spur.
Drewermann zeigt sich dabei Luther sehr zugewandt. Feinsinnig und kompetent versucht er den Theologen am Ende des Mittelalters in seinem Denken, seiner Theologie und seinem Gottesbild zu verstehen. Er deutet ihn, bettet ihn immer wieder in den zeitgeschichtlichen Kontext ein und stellt Bezüge zur Gegenwart her.

Er zeigt Entwicklungen im Denken Luthers auf, etwa wenn er zu seinem Austritt aus dem Kloster schreibt „Eine solche Entwicklung ist nicht mehr bezogen auf seinen Vater, eigentlich auf gar keinen Menschen mehr, sicher auf keinen Ordensoberen und auf gar keinen Fall auf den Papst; vielmehr allein im absoluten Gegenüber Gottes findet Luther zu sich selber als einer Person, die sich annehmen darf in ihrer Begrenztheit, in ihrer Relativität, in ihrer Gebrochenheit. An dieser Stelle ist Luther groß und Beispiel gebend, und über die Jahrhunderte müsste sein Vorbild weiterentwickelt werden.“

Luther selbst wird sehr positiv, wenn auch kritisch gewürdigt. Ausführlich werden die „lutherischen Themen“ besprochen: sola scriptura, sola gratia, sola fide, ebenso Augustins Sündenlehre, das Verhältnis der Protestanten zur Obrigkeit, Luthers Verhältnis zu den Juden.

Kritsch geht Drewermann mit den gegenwärtigen Protestanten ins Gericht. Zu früh hätten die Protestanten aus Luther einen Heiligen und eine Heilslehre gemacht und so wären sie teilweise in einen Dogmatismus verfallen, aus dem sie gerade erst aufgebrochen seien. Die Not der gegenwärtigen Protestanten sieht er darin, dass sie nur noch eine Konfession unter anderen sein wollen. „Denn damit reduzieren sie sich selbst, sie bringen sich um sich selber. Sie sind als Protestanten Bekenner einer Wahrheit der Erlösung durch Gnade, als reformatorische Kirchen sind sie der Versuch, etwas in der Welt zu ändern, und das kann nicht in der Historie vertan werden, in dem sich im Grunde mit der Allmacht Roms abfindet oder sogar damit liebäugelt, wie man denn doch in irgendeiner Weise ein gewisses Ansehen dadurch gewinnt, dass der Papst tatsächlich auch uns einmal besuchen kommet. Umgekehrt wäre es: Die Protestanten könnten dem Papst einmal zeigen, wie Rom aussähe, wenn es begriffen hätte, was Christus wollte.“

Was sieht Drewermann groß an Luther? „Dass er den Stein geworfen hat, ist groß an ihm, und ihm darin gleich zu werden, ist sein bleibender Auftrag. Hinter die Wahrheit, die ein Christenmensch fühlt, nicht zurückzutreten, um keinen Preis, egal wem gegenüber, das ist groß an Luther. Sein Glaube an Erlösung und Vergebung in Gnade ist essentiell, um überhaupt ein Mensch zu sein.“

Wer einen guten Überblick über die Theologie und Das Denken Luthers haben möchte, kann gerne zu diesem Buch greifen. Es liest sich gut und flüssig und bringt auch einige Impulse für Menschen, die sich schon seit vielen Jahren mit Luther und der Reformation beschäftigen.

"Luther wollte mehr". Eugen Drewermann über den Reformator und seinen Glauben. Im Gespräch mit Jürgen Hoeren, 320 S., ISBN 978-3-451-37566-8, 19,99 €, e-book 15,99
https://www.herder.de/religion-theologie-shop/luther-wollte-mehr-gebundene-ausgabe/c-25/p-6497/

Christian Link

Mehr Informationen zu der Buchvorstellung in Engen

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