Frühere Finanzbuchhalterin wegen Untreue verurteilt - Kirchliches Verwaltungs- und Serviceamt wächst

Am 30. März 2017 begann in Konstanz das öffentliche Verfahren gegen eine ehemalige Finanzbuchhalterin des früheren kirchlichen Verwaltungs- und Serviceamtes Bodensee-Hegau-Linzgau und wurde bereits mit einem Urteil abgeschlossen. Der gleichnamige Verwaltungszweckverband hatte vor etwa einem Jahr Strafanzeige wegen Unterschlagung gegen die ehemalige Mitarbeiterin erstattet.

Die Staatsanwaltschaft Konstanz hatte daraufhin ermittelt. Beim Urteil spielte für das Gericht eine entscheidende Rolle, dass die ehemalige Mitarbeiterin inzwischen ein notariell beurkundetes Schuldanerkenntnis unterzeichnet hatte, was die Vorsitzende des Verwaltungszweckverbandes, Sabine Neufang, bestätigte: „Durch das Schuldanerkenntnis hat die ehemalige Mitarbeiterin deutlich gemacht, dass sie für die Schädigung des Zweckverbandes und somit ihres Arbeitgebers die volle Verantwortung übernimmt, unsere zivilrechtlichen Ansprüche sind damit gesichert.“

Nachdem die ehemalige Mitarbeiterin Ende 2015 in Ruhestand gegangen war, hatte sich bei der internen Rechnungsprüfung der Verdacht erhärtet, dass sie mit Hilfe von Barschecks Geld unterschlagen hatte. „Wir haben deshalb unverzüglich die landeskirchliche Rechnungsprüfung und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet“, berichtet die Verwaltungsratsvorsitzende Sabine Neufang rückblickend. „Die Mitarbeiterin hat nach den Ergebnissen der Prüfungen die Unterschlagungen durch Verschleierungsbuchungen verdeckt, so dass das Vorgehen erst nach ihrem Ausscheiden aufzudecken war", erläuterte der für Gemeindefinanzen zuständige Oberkirchenrat Stefan Werner bereits im Sommer 2016. Inzwischen, so Werner heute, händige das Amt Barschecks nur noch an Anweisungsbevollmächtigte persönlich aus. „Mit hoher krimineller Energie wurde hier das System missbraucht“, betont er.

Die Buchungsverfahren werden laut Werner in diesem Jahr auch dadurch noch transparenter, dass sich die kirchlichen Versorgungs- und Servicezweckverbände Bodensee-Hegau-Linzgau und Villingen mit Wirkung vom 1. Januar 2017 zusammengeschlossen haben. Durch die Fusion entstehe ein größeres Amt, das Kompetenzen auf noch mehr Schultern verteile, so Werner. Der Verwaltungsrat des neuen Evangelischen Verwaltungszweckverbandes Schwarzwald-Bodensee trifft sich am 6. April zur ersten, konstituierenden Sitzung. Das neue Verwaltungs- und Serviceamt wird seinen Sitz in Singen haben und alle Aufgaben der Finanz- und Haushaltsführung für die Kirchenbezirke Konstanz, Überlingen-Stockach und Villingen, deren insgesamt 45 Kirchengemeinden, aber auch für Altenheime und weitere kirchliche Einrichtungen in der Region bearbeiten. Es ist eines von jetzt 14 Verwaltungs- und Serviceämtern der Evangelischen Landeskirche in Baden mit ihren 24 Kirchenbezirken.

Doris Banzhaf, ekiba

Andacht Juli 2017

zu Philipper 1, 9 von

Weiterlesen...

Zu Gast bei Luthers