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Programmheft der Evangelischen Erwachsenenbildung

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Pfingsten

„Keiner versteht mich!“ seufzt Gott, „so kreativ ich auch bin ...“

„Vertrau‘ mir doch!“ flüstert Jesus versöhnlich und sucht Blickkontakt.

„Nicht so schüchtern!“ feuert sie der Heilige Geist an, „da geht noch unendlich viel mehr.“ Sie lächelt.

„Ruach“ ist im Hebräischen weiblich. Zumindest dem grammatischen Geschlecht nach. Erst im Deutschen und auch im Französischen mutieren „Geist“ und „Esprit“ zum männlichen Genus.

Damit verliert aber die jüdisch-christliche Theologie einen ganz entscheidenden Zugang, um verstehen zu können, wer und wie Gott ist. So wie es unter uns Menschen nicht nur Frauen oder nur Männer gibt, so kann auch Gott, als Einer und Einziger Gott, weder als Mann, noch als Frau, noch als beides gleichzeitig verstanden werden. Wie aber sonst? – ich meine: im gegenseitigen Spannungsfeld zwischen allen Geschlechtern.

Ein viel versprechender Annäherungsversuch besteht darin, sich zu überlegen, wie Gott Sich zu Sich Selbst verhält. Im berühmten Dreifachgebot der Liebe aus dem Munde Jesus‘ von Nazareth, heißt es (Markus 12, 3f.): „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« (5. Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“

Da Gott die Menschen zu Seinem Ebenbild erschaffen hat, spiegelt das Liebesgebot genauso etwas vom ewigen Wesen Gottes wider, wie umgekehrt auch wir Menschen - in unserer Liebe zu Gott, unseren Mitmenschen und uns selbst - etwas von Gottes Wesen widerspiegeln dürfen: Gott liebt Sich selbst! Auch dies bezeugt uns Jesus (Johannes 14, 31a; 15, 9): „Die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe.“ „Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe!“ Schöpfer und Versöhner pflegen eine liebevolle Beziehung mit einander. In nur drei Worten lautet diese Geheimnis so (1.Johannesbrief 4, 8): „Gott ist Liebe!“ Gott ist also Subjekt und Objekt der Liebe – und zugleich auch ihr Prädikat, ihr Verb. Das ist keine Feststellung: „So ist es eben!“, sondern da wird beschrieben:
Liebe passiert, Liebe liebt, sonst ist sie keine Liebe, sondern tot:

„Liebe liebt Liebe“, könnte ich auch sagen, um Gottes Geist zu beschreiben, sein Wesen und sein Tun. Wo Liebe geschieht, da ist der Geist Gottes am Werk, da wundern wir uns nur – und lieben begeistert.

Pfarrer Dr. Holger Müller

Foto: Gemälde "Die törichten Jungfrauen" von Reinhard Frank, Gottmadingen

Andacht Dezember 2017

zu Lukas 1, 78-79

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