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Programmheft der Evangelischen Erwachsenenbildung

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Andacht Februar 2017

zu Lukas 10, 5 von

Monatsspruch Februar 2017:
Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!
Lukas 10, 5

Jesus hat 70 Jünger ausgesandt. Paarweise sollen sie in die Städte und Dörfer Israels gehen und den Menschen verkündigen, dass das Reich Gottes nahe ist. Systematisch sollen sie das ganze Land mit der Botschaft Jesu erreichen.
Heute sind wir mit dem Evangelium zu allen Völkern gesandt. Vom eigenen Land bis an die Enden der Erde. Und sicher können wir von der ersten Missionsaktion Jesu einiges für unseren eigenen Auftrag lernen.
Wenn ihr in ein Haus kommt, sagt Jesus zu seinen Jüngern, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! So ähnlich, wie Jesus selbst Menschen zu begrüßen pflegte: Friede sei mit euch!
Seltsam: Im Vers zuvor hatte er den Jüngern aufgetragen, die Leute, denen sie unterwegs, auf der Straße begegnen würden, nicht zu grüßen. Schwer vorstellbar, dass Christen es an der unter Menschen üblichen Höflichkeit fehlen lassen sollten! Jesus geht es hier auch nicht um Unhöflichkeit. Natürlich dürfen wir unsere Zeitgenossen freundlich begrüßen. Ich bin sicher, Jesus geht es hier in erster Linie um die Konzentration auf den Auftrag seiner Kirche. Boten Jesu sollen nicht auf der Straße rumstehen und mit den Leuten plaudern, sondern sie sollen ihre Botschaft ausrichten. Genauso wie Pfarrer und Pfarrerinnen nicht die Grüßauguste für jede Gelegenheit machen sollen, sondern den Menschen das Evangelium bringen.
„Wenn ihr aber in ein Haus geht, so grüßt es“, so wird Jesus bei vergleichbarer Gelegenheit im Matthäusevangelium (10, 12) zitiert. Allerdings nicht mit einer der bei uns inzwischen üblichen Grußformeln wie Hallo!, Mahlzeit!, Moin oder schlicht Hi. Sagt vielmehr: Friede diesem Haus!
Dieser Gruß ist ein Segenswunsch. Der Zuspruch von Gottes Heil, das der ganzen Gemeinschaft gilt. In Christus hat Gott Frieden gemacht mit seiner Menschheit. Dieser Friede wird hier den Angesprochenen gewünscht. So ähnlich, wie Paulus die Leserinnen und Leser seiner Briefe zu begrüßen pflegte – und wie manch ein Prediger bis heute seine Gemeinde von der Kanzel grüßt: „Gnade sei mit euch, und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“
Ein Segenswunsch ist das. Aber es ist eben nicht nur das, was wir heute abschätzig als einen frommen Wunsch zu bezeichnen pflegen. Da steckt Realität dahinter. Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt. Und nun lässt er die Menschen auffordern: Lasst euch versöhnen mit Gott!
Diese Aufforderung verlangt nach einer Antwort, so oder so. Jesus beschreibt das im folgenden Vers: „Wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden.“ Vielleicht kann man das so umschreiben: Wo Gott einem Menschen das Herz geöffnet hat, wird dieser Friede in sein Leben einziehen. Aber wo sich jemand Gott gegenüber verschließt, da wird Gottes Frieden an ihm regelrecht abprallen.
Im ersten Fall sollen die Boten Jesu bleiben und essen und trinken. Also Gemeinschaft mit den gläubig gewordenen haben. Im zweiten Fall ist der Auftrag beendet.
Und da höre ich noch etwas heraus. Jesus will, dass Menschen der Friede Gottes zugesprochen, also das Evangelium gesagt wird. Wer das hört, hört Jesu persönliche Einladung (Vers 16). Diese Einladung kann Glauben schaffen. Sie kann auch Widerstand provozieren. Wir haben das nicht in der Hand. Was aber nicht nötig ist, ist es, Druck auf Menschen auszuüben oder sie zu einer Entscheidung nötigen zu wollen. Das wird oft getan, und sicher auch in bester Absicht. Doch es gehört nicht zu unserem Auftrag. Wir sollen keinem die Hölle heiß machen, sondern ihm ganz einfach Gottes Frieden zusprechen. Was Gott jetzt oder vielleicht auch später daraus macht, das können und dürfen wir nicht manipulieren. Aber wir dürfen sicher sein, dass Gott selbst hier handelt.

Pfr. Thomas Hilsberg, Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger im Kirchenbezirk Konstanz

Kommentare  

 
#1 Minne Bley 2017-02-02 20:41
Klar und schön. Danke, lieber Thomas!
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