Andacht April 2017

zu Lukas 24, 5-6 von

"Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
Er ist auferstanden. Er ist nicht hier."
Lukas 24, 5-6

Als Kinder war es für uns das große Erlebnis: Den Osterhasen suchen.
Wo hatten die Eltern den Korb mit dem schmackhaften Hasen im Garten versteckt?
Meine beiden Schwestern waren zumeist schneller.
Sie hatten ihren Osterkorb schnell gefunden. Sie mussten nicht lange suchen?
Aber ich der Kleinste der Geschwister brauchte zuweilen lange.
Manchmal liefen mir schon die Tränen, wenn meine beiden Schwestern freudig
mit ihrem  gefüllten Korb dastanden und ich immer noch auf Suche war.
Wo war bloß die Überraschung?  Suchen kann so beschwerlich sein.

Nun werden wir als Erwachsene keine Osterhasen mehr suchen.
Doch der Mensch bleibt auf der Suche.
Leben ist Suche: Da sind Menschen auf Sinnsuche.
Was soll das Ganze fragen sie tiefschürfend ? Da sind sie auf Orientierungssuche.
Welche Maßstäbe sollen gelten?
Da suchen sie nach einem Gegenüber, mit dem man ein Stück des Lebens teilen kann.
Sie suchen nach Antworten auf Lebensfragen:
Woher komme ich, wo geh ich hin? Der Mensch ist und bleibt ein Suchender.

So sind auch drei Frauen am Ostermorgen auf der Suche.
Sie laufen zum Grab ihres Herrn, den sie drei Tage zuvor beigesetzt haben.
Sie suchen den Ort auf, um dem Leichnam die letzte Würde zu geben, ihn einzusalben.
Doch sie finden ihn nicht!  Da hören die vergeblich Suchenden.
Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.

Was sucht ihr da? Was sucht ihr da bei den Toten?
Ihr werdet ihn an dieser Endstation nicht finden!
Das letzte, was ihr für sicher denkt, ist nicht mehr gültig:
Nichts ist so sicher wie der Tod. Von wegen!
So brauch euch in eurer Suche nicht der Tod begrenzen. Fragt darüber hinaus.
So wird unsere Sinnsuche den Auferstandenen im Blick behalten.
So wird unsere Suche nach Maßstäben  bei ihm letztlich fündig werden
So können unsere Lebensfragen durch den Todesbezwinger letztgültige Antworten finden.

Ich wünsche ihnen gesegnete Ostertage
Roland Klaus, Pfarrer auf der Höri

Zu Gast bei Luthers