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Programmheft der Evangelischen Erwachsenenbildung

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Andacht Januar 2018

zu 5. Mose 5, 14

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Dtn 5,14

Liebe Leserinnen und Leser der Andacht!
Das ist schon ein guter Anfang fürs Jahr – Eine Erinnerung an einen Ruhetag. Das Sprichwort sagt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Das macht Sinn, denn so kriegt man richtig was geschafft. Es gehört ja beides zusammen, die Arbeit und die Ruhe. Nur schade, dass wir beides im Leben und auch in der Kirche oft nicht so richtig zusammenbekommen.
Entweder vergessen wir die Arbeit. Das habe ich bei einem Gottesdienst heute mit anschließendem Abendessen gesehen. Da waren viele Besucher zusammen, redeten miteinander, planten und hatten viel Freude miteinander. Einen Mann sah man am Ende gehetzt herumrennen und aufräumen und eine einzelne Frau mit Rückenproblemen stand alleine in der Küche. Irgendwie tut das fast schon weh, wie gedankenlos wir manchmal mit den Mitarbeitern umgehen. Und eine andere Frau erzählte von viel Kritik, die sie für einen Fehler bekam, der in ihrem Bereich geschah, in dem sie ehrenamtlich mitarbeitete. Aber viele andere, die sie vorher um Hilfe gebeten hatte, hatten nichts gemacht, so dass das alles überhaupt so passiert war. Erst der siebte Tag ist der Ruhetag, davor ist Arbeit angesagt.
Aber manchmal vergessen wir auch das Ruhen. Gerade in der Kirche und gerade auch an unserem Sonntag. Die Arbeitsruhe des Sabbats war im Alten Bund keine Wahlmöglichkeit, sondern Verpflichtung. Und zwar nicht nur für die Israeliten selbst, sondern auch für alle, die zum Haushalt gehörten, bis hin zu Vieh und Fremdling. Manchmal haben wir mit unserem „Freizeitstreß“ das auch ausgehöhlt. Und mit dem „Kirchenveranstaltungsstress“ genauso. Braucht Gott wirklich all die Aktionen, die wir planen, oder ist es unser eigenes Bedürfnis?
Und manchmal vergessen wir auch den Zweck des Ruhens: Der Tag ist dem Herrn, deinem Gott geweiht. Wenn wir nur die Arbeitsfreiheit des Sonntags betonen, dann ist das ein Aspekt dieses Tages, bei dem jeder mit dem Kopf nicken wird, aber der Sabbat ist damit noch nicht in seiner Tiefe ausgeschöpft. Da geht es auch um ein Zeichen. Dieser eine Tag steht für unser ganzes Leben und unsere ganze Zeit – sie ist Gott geweiht.
Ich höre daraus  für diesen ersten Monat im Jahr:
1)    Pack deine Arbeit heute fröhlich an und schaff was!
2)    Vergiss nicht, regelmäßig und intensiv Pause zu machen!
3)    Und geh in den Gottesdienst und weihe damit einen Tag dem Herrn, deinen Gott!

Dietmar Heydenreich, Diakoniepfarrer in der Südstadtgemeinde Singen

Zu Gast bei Luthers