Pfarrkonvent auf den Spuren der Konstanzer Reformation

Der Gesamtmitarbeiterkonvent begab sich anlässlich des Reformationsjubiläums an einem heißen Sommertag auf Spurensuche nach der Reformation in Konstanz. Bei strahlenderSonne lauschten sie den Ausführungen von Stadtführerin Silvia Grossmann zu Konstanzer Geschichte, Konzil und Reformation in Konstanz. "Der Weinbau entwickelte sich - und das Christentum auch" begann sie ihren Vortrag zu den ersten Aufzeichnungen über die Anfänge der Besiedlung am Bodensee.

1528 bis 1548 war Konstanz evangelisch. Ab 1521 wurde durchgehend evangelisch gepredigt. Duldete es man zu Beginn noch, dass Menschen anderer Überzeugung in Kreuzlingen und umliegenden Orten den herkömmlichen Gottesdienst besuchten, so verlor die Bewegung zunehmend an Liberalität. Mönchen wurde es ab 1525 freigestellt zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen (mit einem Wegegeld ausgestattet, damit sie nicht mittellos in die Fremde gehen mussten). 1529 gab es einen Bildersturm, wovon noch heute die leeren Nischen (ehemals mit Heiligenfiguren bestückt) im Eingang zum Münster ULF in Konstanz zeugen. Und 1531 wurde gar eine sogenannte Zuchtordnung eingeführt, auf deren Einhaltung unerbittlich auch mit Kirchenspitzeln geachtet wurde. Tanzen, Fluchen, Schwören und Trinken wurden verboten, ebenso das Schlittenfahren der Kinder am Münsterhügel, die Fastnacht und andere Bräuche. Führende Köpfe der Konstanzer Reformation waren die Gebrüder Blarer und Zwick. Ambrosius Blarer setzte sich immer wieder für eine gemäßigte Anwendung der Zuchtordnung ein, hatte damit jedoch keinen Erfolg. Wenige Jahre später brach die Pest aus. 1528 schließlich wurde die Reichsacht über Konstanz verhängt und bereitete der 20jährigen Reformationsära in der Stadt am Bodensee ein jähes Ende. Konstanz geriet unter die Herrschaft des Hauses Habsburg.
Im Geburtshaus von Ambrosius Blarer in der Katzgasse befindet sich übrigens heute die vhs (Volkshochschule).

Wer mehr über Ambrosius Blarer und die Reformation in Konstanz erfahren möchte, dem sei der kenntnisreiche und spannende Vortrag bon Schuldekan Martin Lilje empfohlen, den er erneut am 24. September um 17 Uhr in der Auferstehungsgemeinde in Konstanz-Litzelstetten im Rahmen der Reihe "Kultur in der Kirche" hält.

Minne Bley

 

Andacht August 2017

zu Apostelgeschichte 26, 22 von

 

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