Gedanken zu Karfreitag

von Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal

Wenn Christus auch gekreuzigt wurde in Schwachheit, so lebt er doch aus Gottes Kraft. Und wenn wir auch schwach sind in ihm, so werden wir doch mit ihm leben aus der Kraft Gottes für euch.  2. Korinther 13, 4

Das Kreuz erscheint als Niederlage. Jesus, der wenige Tage zuvor als Messias, Davids Sohn und Retter Israels gefeiert wurde, stirbt den schmählichen Tod am Kreuz. Es scheint alles zu Ende. Hoffnungen, Erwartungen, ein machtvolles Zeichen Gottes durch Jesus – alles dahin.

 

Die Düsternis des Todes macht sich breit.

Jesus ist ein Antiheld. Keine Superkräfte, keine himmlischen Heerscharen zu seiner Rettung,  kein Feuer vom Himmel. Das soll der Sohn Gottes sein? Kaum zu fassen!

Doch gerade dieses unverständliche Verhalten, macht ihn zum Helden, zeichnet Gott für uns Christen aus: Er entäußert sich all seiner Macht und wird ganz Mensch. Er macht sich uns gleich und kommt uns damit ganz nahe. Er geht hinein in die tiefsten Tiefen unseres Leids, schreit seinen Schmerz heraus, stirbt qualvoll. In der vermeintlichen Schwachheit zeigt sich seine Kraft. Gott geht in Jesus ganz hinein in unser Menschsein.

Was an Weihnachten mit der Geburt im Stall begonnen hat, wird am Kreuz vollendet. Gott wird ganz und gar Mensch. Gott geht in Jesus den Weg durch Leid und Tod und zeigt uns damit: Ich bin bei dir! Was auch geschieht, ich bin da! Ich leide mit!

Seit Karfreitag wissen wir: Gott leidet in jedem Menschen, der leidet. Denn Jesu Tod hebt die Trennung zwischen Gott und Mensch ganz auf. Das Trennende, die Sünde wird überwunden und damit wird auch die Folge der Sünde, der Tod überwunden. Jesus stirbt, doch das ist nicht das Ende. Zwei Tage später ruft Gott ihn aus den Toten, lässt ihn auferstehen und zeigt uns, dass die Macht des Todes gebrochen ist. Gott zeigt uns, dass der Tod der Eingang in das Leben bei ihm ist, der Durchgang in sein Reich. Jesus, der in menschlicher Schwachheit gestorben ist, lebt aus Gottes Kraft. Auch wir, die wir schwach sind, werden mit ihm in der Kraft Gottes leben. Das ist die Zusage von Karfreitag und Ostern mitten hinein in die Corona-Pandemie, mitten hinein in unsere Angst und Hilflosigkeit. Gott ist weder der Verursacher noch der Ursprung des Leidens. Er ist der, der mitleidet, der uns zur Seite steht, uns stärkt und begleitet und mit uns diese Herausforderung überwindet. Er geht mit uns durch das Leiden und führt uns zum Leben.

Im Blick auf das Kreuz bekomme ich die Kraft das Schwierige zu tragen und das Wissen, dass Gott letztlich die Dinge zum Guten wendet, auch wenn ich dies jetzt noch nicht sehen kann. Hinter dem Kreuz leuchtet die Ostersonne.

Gedanken zur Tageslosung vom 09.07.2020

In Psalm 91 Vers 9 vernehmen wir die tröstliche Zusage: Der HERR ist deine Zuversicht.

Und Paulus bekräftigt diese Zusage in seinem 2. Brief an die Korinther in Kapitel 3 Vers 12: Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voller Freimut.

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Andacht Juli 2020

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 1.Kön 19,7

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