Renate Gundelsweiler in den Ruhestand verabschiedet

Die Staffel ist übergeben - Renate Gundelsweiler mit den Mitarbeitern, die künftig ihre Aufgaben übernehmen werden: Anja Dürr-Pucher, Bärbel Wagner, R.G. und Diakoniegeschäftsführer Christian Grams (v.l.n.r.)

Am 20. Juli wurde Renate Gundelsweiler in einem Gottesdienst in der Radolfzeller Christuskirche feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im KBZ Konstanz war 18 Jahre tätig im Dienst für Menschen in Not.

In ausgesprochen herzlicher Atmosphäre verlief die Abschiedsfeier für Renate Gundelsweiler, für die die Form eines Gottesdienstes gewählt wurde. Pfarrer Stephan Ramsauer legte in seiner fundierten und engagierten Predigt zu Psalm 1: „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, (…)  sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit (…). Und was er macht, das gerät wohl.“ das Augenmerk auf den an den Wasserbächen gepflanzten Baum und weiter auf dessen Wurzel. „Der Baum der Diakonie wurzelt im Wort Gottes. Er ist aber auch den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Der Wind, der manchmal auch zum Sturm wird,  flüstert ständig: Wirtschaftslichkeit! Vor 100 Jahren beispielsweise lag der Personalkostenanteil der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bei 11 Prozent, heute sind es bis zu 81 Prozent.“ So sei das Kapital der Diakonie seine Mitarbeiter und deren Ausbildung Fundament für ein gutes Wirken.

Er verglich die diakonische Arbeit mit einem Jongleur, der „drei Bälle gleichzeitig in der Luft halten muss: Christlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Fachlichkeit.“ Eine ziemlich schwierige Aufgabe, bei der einer der Bälle immer mal wieder zu Boden falle und jedes Mal  von neuem aufgehoben werden muss. Was das Gesetz des Herrn sei, beantwortete Ramsauer mit dem Doppelgebot der Liebe: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (…) und deinen Nächsten wie dich selbst.“ An Renate Gundelsweiler gewandt, schloss er: „Ob Dein Ruhestand ein Ruhestand wird, wirst Du selbst entscheiden“, und gab ihr das Pauluswort mit auf den Weg: „Prüfe alles, und das Gute behalte“ (1. Thess.5, 21).

Nach dem Segen folgte der bei Verabschiedungen übliche Reigen an Grussworten, die recht unüblich allesamt sehr persönlich und herzlich ausfielen. OB Jörg Schmidt eröffnete ihn spürbar bewegt mit den Worten: „Es fällt uns allen schwer, Sie ziehen zu lassen. Ich habe Sie als Arbeiterin der Diakonie kennengelernt, deren Werte auch meine Werte sind. Es geht um dieselben Menschen, die wir begleiten, von Seiten der Diakonie wie von Seiten der Stadt. Das gute Miteinander wird mir fehlen.“

Die Leiterin des Jugendamtes Sabine Senne rief ihre Zusammenarbeit mit Frau Gundelsweiler anhand eines Falles in Erinnerung, bei dem sie sich kennengelernt hatten: Eine Flüchtlingsfrau aus dem Libanon, die mittlerweile Freundin geworden sei und ein gelungenes Beispiel für Integration, an der Renate Gundelsweiler großen Anteil getragen habe.  Ingrid Reutemann vom Diakonischen Werk in Karlsruhe überbrachte Grüße von Diakonievorstand Rollin aus Karlsruhe. Sehr leise, aber umso eindrücklicher und anrührender fiel ihre Ansprache aus, in der sie sieben Attribute ausführte, die Renate Gundelsweiler auszeichneten: „weiblich, engagiert, fleissig, emotional, aussergewöhnlich, sorgenvoll und humorvoll“. Dietrich Eckhardt, zweiter Vorsitzender des Diakonischen Werkes empfahl Frau Gundelsweiler für alle Aktivitäten, die sie künftig angehe, den Umgang mit der Uhr zu trainieren,  damit sie wisse, wann Feierabend ist.

Der „Gundelsweiler-Diakonie-Chor“ steuerte für die Verabschiedete in beachtlich kurzer Probenzeit Hörenswertes zum Gottesdienst bei.

Diakonie-Geschäftsführer Christian Grams schließlich hob die Fachlichkeit seiner scheidenden Stellvertreterin mit dem berühmten „anderen Blick“ hervor, ihren unermüdlichen Arbeitseinsatz und ihr Engagement, ihre pragmatische Art wie auch ihren Ideenreichtum. Sozialarbeit sei für sie immer eine Herzensangelegenheit gewesen, besonders Frauenthemen verbunden mit dem Problem der Altersarmut.

Den Reigen beendete die Verabschiedete selbst. Sie richtete sichtlich gerührt ihren Dank mit herzlichen Worten an viele der Anwesenden namentlich. Es sei ihr jedoch leicht gefallen, loszulassen, „da zwei kompetente Mitarbeiterinnen meine Aufgaben übernehmen – Anja Dürr-Pucher und Bärbel Wagner.“ Sie werde auch in Zukunft nicht nur in die Freizeitgesellschaft eintauchen und freue sich, dass es positive Leitfiguren gebe, an denen man sich orientieren könne.

Der eigens zu diesem Anlass ins Leben gerufene achtköpfige „Diakoniechor“, bereicherte den Gottesdienst mit dreistimmigen Frauenchören und fand die besondere Anerkennung vieler Anwesender. An der Orgel und am Flügel glänzte Kantorin Pia Löb.

Geschafft! Nun freut sich Renate Gundelsweiler auf mehr Lesen, Treffen mit Freunden und ein etwas langsameres Tempo. Was sich sie künftig sonst noch widmen wird, bleibt vorläufig noch ihr Geheimnis.

Nach dem Gottesdienst klang der Abschied bei Sekt und Brötchen aus. Renate Gundelsweiler, die froh und erfüllt wirkte, erklärte, sie freue sich nun auf Entschleunigung, ein  paar Takte langsamer und Sport machen zu können, sich mehr mit Freunden zu treffen. Und endlich habe sie Zeit zu lesen.

Renate Gundelsweiler, geboren 1950 in Stockach machte zunächst eine Ausbildung zur Sekretärin, bevor sie das Studium zur Sozialarbeiterin aufnahm und erfolgreich beendete. Am Anfang ihrer Tätigkeit im Diakonischen Werk 1991 widmete sie sich vor allem der Flüchtlingsarbeit, der Betreuung von Ehrenamtlichen und der Schwangerenberatung. Sie war unter anderem beteiligt am Aufbau des Projekts „Sozialarbeit“, des Jugendqualifizierungsprojektes "LASSIE" 1999, hatte 2001 die kommissarische Geschäftsführung inne und übernahm 2007 die stellvertretende Geschäftsführung.

Gedanken zur Tageslosung vom 04.08.2020

Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.Psalm 26,12

Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!1.Korinther 14,26

Weiterlesen...

Monatsandacht August 2020

"Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.“

Psalm 139, 14

Weiterlesen...