Pfarrer Markus Weimer in Böhringen eingeführt

Gesteckt voll war die Böhringer Paul-Gerhardt-Kirche am Nachmittag des Ersten Advents. Nach anderthalb Jahren Vakanz, die die Gemeinde mit Prädikanten, engagierten Ältesten und einer aktiven Kirchendienerin nach Aussage des Kirchengemeinderatsvorsitzenden ganz gut überstanden hat, ist nun wieder ein Pfarrer mit Familie ins Pfarrhaus eingezogen und versieht das Hirtenamt in der rund 2200 Mitglieder zählenden Gemeinde.

Markus Weimer (*1976) stammt aus Singen, studierte Theologie in Tübingen, Glasgow und Heidelberg und sammelte ökumenische Erfahrungen bei der anglikanischen Kirche in England. Der junge Theologe, der Vater dreier Söhne ist und die ersten zwei Monate seiner Amtszeit in Elternzeit verbrachte, stammt selbst aus einem Pfarrhaus und wirkt engagiert und konziliant. Nach dem Dank an Vakanzvertreter Pfarrer Roland Klaus aus Gaienhofen folgte die Begrüßung durch Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal. Sie wünsche dem jungen Pfarrer gemäß Jesaja 16,8, dass er der Gemeinde Licht bringe und zum Hoffnungszeichen werde für das Licht, das über ihm aufgegangen sei, dass er andere anstecke mit der Freude an der Herrlichkeit des Lebens.

In seiner Antrittspredigt thematisierte Markus Weimer Johannes 20, 21 (Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch). Besonders konzentrierte er sich auf den Frieden, den Jesus durch sein Kommen in die Schar der verängstigten, erstarrten Jünger brachte. „Damit es endlich Frieden wird, deshalb feiern wir Advent, damit es Frieden werde in den Parlamenten, im Nahen Osten, in unseren Familien, aber auch in unseren Herzen“, konkretisierte der 36jährige. Direkt  anschließend formulierte er einige seiner Wunschvorstellungen von Kirche. „Ich träume von einer Kirche,“ erklärte er mit Nachdruck und rief damit  einen anderen christlichen Visionär auf, dessen Visionen mittlerweile teilweise Wirklichkeit geworden sind, „in der Raum ist für Menschen, die Verletzungen und Brüche in ihrem Leben durchmachen mussten.

 

Ich träume von einer Kirche, die an den Nöten der Menschen nicht vorbei sieht, in der alle Menschen ihre Begabungen entdecken und nutzbar machen können. Ich träume von einer Kirche, die ihre Tradition pflegt, aber eben so viel Raum für neue Impulse und Veränderungen lässt. Ich träume von einer Kirche, die den Mut hat, wenig zu tun, dies aber auf hohem Niveau.“

Gott sei ein Gott der Sendung und es gelte, zu entdecken, wo Gott in Böhringen am Werk sei. Ein Geschenk habe Jesus als Erbe seinen Jüngern hinterlassen, das auch den Christen zugedacht sei und in Anspruch genommen werden dürfe – die befreiende Kraft des heiligen Geistes. „Viel zu lange haben wir uns auf komfortablen Verhältnissen ausgeruht“, nahm er Bezug auf anstehende Veränderungen in den Landeskirchen, die in den kommenden Jahren einen massiven Rückgang an Steuergeldern erwarten. „Doch die Kirche wird nicht von der Kohle getragen, sondern vom Wind, dem Wind des heiligen Geistes.“

Im Wort des Kirchengemeinderatsvorsitzenden Jürgen Müller kam Dankbarkeit für die Zeit der Vakanz wie auch eine freudige Erwartung der Zusammenarbeit mit dem neuen Pfarrer deutlich zum Ausdruck. Einen guten Start, lieber Markus Weimer!

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Ich glaube, hilf meinem Unglauben! Mk 9,24

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