Gedanken zu meinem Ältestenamt

Bernhard Schallenmüller ist Kirchengemeinderat in der Auferstehungs­gemeinde in Konstanz-Litzelstetten. Während der Krankheit des früheren Dekans Dieter Schunck war er weit über sein eigentliches Amt hinaus tätig und übernahm außergewöhnlich viel Verantwortung für seine Gemeinde. Im Hinblick auf die im Dezember 2013 anstehenden Kirchenwahlen legt er seine Gründe und Überlegungen dar, dieses Amt auf sich zu nehmen und mit Freude auszufüllen. Vielleicht können seine Argumente auch Sie bewegen, für den Kirchengemeinderat in Ihrer Gemeinde zu kandidieren?

Was ist ein Ältester? Muss man ein gewisses Alter haben, um Ältester werden zu können? Das Ältestenamt hat eine lange Tradition. Die Bibel spricht an mehreren Stellen von Ältesten. Im 4. Mosebuch des Alten Testaments wird berichtet, dass Mose aus dem israelischen Volk Männer aussuchte, die ihn in seinem Amt entlasten sollten. So steht in 4. Mose 11, 16f: Und der Herr sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind ......... damit sie mit dir die Last des Volkes tragen und du nicht allein tragen musst. Gott legte Mose also nahe, an Arbeitsteilung zu denken und nicht immer alles alleine machen zu wollen. Damit erkennen wir schon einen wesentlichen Grundsatz, der heute noch genau so gilt: Der Pfarrer trägt die Gemeindearbeit nicht allein auf seinen Schultern, die Ältesten tragen mit.

Laut Grundordnung der badischen Landeskirche "leitet der Ältestenkreis die Gemeinde und trägt Verantwortung dafür, dass der Gemeinde Gottes Wort rein und lauter gepredigt wird, die Sakramente in ihr recht verwaltet werden und der Dienst der Liebe getan wird." Das ist ein hoher Anspruch. In der Praxis berät der Ältestenkreis über geistliche, finanzielle, rechtliche, verwaltungstechnische und viele organisatorische Angelegenheiten. Er trägt die Verantwortung für Verkündigung, Seelsorge und Diakonie in der Gemeinde.

Kirchenälteste haben also mit ganz konkreten Fragen zu tun, wie z.B.:
 - Welche Ziele und Schwerpunkte setzen wir uns für unsere Arbeit in der Gemeinde?
 - Wofür wollen wir das Kirchgeld ausgeben?
 - Wie stehen wir zum Thema "Abendmahl mit Kindern"?
 - Sind wir eine einladende Gemeinde?
 - Wie gestalten wir das Gemeindefest?
 - Wen können wir für die Jugendarbeit gewinnen?

Kirchenälteste arbeiten ehrenamtlich. Was heißt das nun eigentlich „ehrenamtlich arbeiten“? Heißt ehrenamtlich, man kriegt nichts bezahlt? Nicht nur! Es ist es mehr! Wenn ich am Mittwoch an der Sitzung des Kirchengemeinderats teilnehme, am Donnerstag mit der Gemeindebrief-Redaktion den nächsten Gemeindebrief vorbereite, am Freitag mit dem Elektriker die anstehenden Reparaturen bespreche, am Sonntag in der Kirche Dienst habe, dann bezahle ich mein Ehrenamt vor allem mit einer Sache: mit Zeit! Und wenn die Kirche zu viel Zeit in Anspruch nimmt, dann wird es zum "Sakralstress", wie es unser ehemaliger Pfarrer Stockmeier einmal ausdrückte.

Trotz allem: Ich tue meinen Dienst gern. Er bringt mir Gewinn. Und wenn er mir gelegentlich noch Anerkennung durch die Gemeinde gibt, dann freue ich mich. Ich habe vor allem gelernt - und dafür bin ich dankbar-, dass viele Frauen und Männer in unserer Kirchengemeinde mehr als einen "Ersatzdienst" tun.  

Die nächsten Kirchenwahlen der Evangelischen Landeskirche in Baden finden am Sonntag, 1. Dezember 2013, also am 1. Advent, statt. Dabei geht es darum, den Kirchengemeinderat neu zu wählen. Gesucht werden Menschen, die bereit sind, unsere Gemeinde  engagiert mitzugestalten. Wer mitmacht, kann auch mitbestimmen! Wer dabei ist, kann unsere Gemeinde bewegen!

Bernhard Schallenmüller, Litzelstetten

Jahreslosung 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich glaube, hilf meinem Unglauben! Mk 9,24

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