Preis für ehrenamtliches Engagement im Krankenhaus

Karlsruhe/Hamburg. Der ehrenamtliche Dienst in der Evangelischen Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr ist ausgezeichnet worden.

In dem bundesweiten Wettbewerb „Das hilfreiche Alter in der Geriatrie“ errang er einen zweiten Preis. Klinikseelsorger Theo Berggötz und die „Grüne Dame“ Luise Drews nahmen den mit 5.000 Euro dotierten Preis stellvertretend für die 135 ehrenamtlichen Mitarbeiter entgegen.

Die Jury würdigte „das umfangreiche Profil des ehrenamtlichen Dienstes, die gute Einbindung in die Infrastruktur des Krankenhauses und die vielfältige Qualifizierung und Fortbildung der Ehrenamtlichen", wie die Stiftung ProAlter mitteilte. Die Preise wurden am Donnerstagnachmittag in Hamburg verliehen. Ziel des Wettbewerbs ist es, sinnvolle Initiativen im Klinikalltag direkt zu fördern und deren Übernahme durch andere Einrichtungen anzuregen. Ausrichter ist die Stiftung ProAlter mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe in Kooperation mit dem Bundesverband Geriatrie.

Pfarrer Berggötz erläuterte, die allermeisten ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Diakonissenanstalt im Karlsruher Stadtteil Rüppurr seien zwischen Ende 50 und 80 Jahre alt und damit in einer Lebensphase, wo die Familie sie nicht mehr so in Anspruch nehme. „Sie wollen anderen etwas geben - Zeit beispielsweise - und ihre Erfahrungen und Begabungen einbringen.“
Fast die Hälfte der „Grünen Damen und Herren“, etwa 60 Ehrenamtliche, sei in der Essensaufnahme tätig: „Sie gehen morgens von Station zu Station, von Zimmer zu Zimmer, und fragen, was der Patient am nächsten Tag essen möchte. Wenn sie das Gefühl haben: ‚Da täte es gut, wenn ich noch bliebe und zuhöre‘, nehmen sie sich die Zeit. Diese Zeit hat das Personal in der Regel nicht“, sagt der evangelische Klinikseelsorger, der in der Diakonissenanstalt für die Ehrenamtsarbeit zuständig ist.

Zudem engagieren sich die Ehrenamtlichen im sogenannten Lotsendienst, der Begleitung von Patienten bei der Aufnahme ins Krankenhaus, im Besuchsdienst oder halten mit ihrem Einsatz die Patientenbibliothek am Laufen. „Auch da entspannen sich viele Gespräche“, sagt Berggötz. Besonders anspruchsvoll können Sitzwachen am Bett von Patienten sein, die im Krankenhaus Ängste empfinden, oder die gar im Sterben liegen. „Da organisieren wir auch schon mal eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung“, betont der Theologe. Zudem bieten die Ehrenamtlichen einen Begleitdienst beim für viele schwierigen Weg in den Operationssaal an. Die jüngeren Ehrenamtlichen kümmern sich um das Radio, das jede Woche zwei Stunden Programm für die Patientinnen und Patienten auf den Kranken- und Pflegestationen sendet.

Der Preis werde die ehrenamtlich Helfenden noch mehr motivieren, sagt Pfarrer Berggötz. Jedes Jahr melden sich etwa 30 neue Interessenten, von denen dann etwa die Hälfte regelmäßig mitarbeite. „Das gleicht die Abgänge in etwa aus“, sagt der Theologe. Denn mit 80 Jahren scheiden die Ehrenamtlichen aus – so wie bald Luise Drews, deren 20-jähriges ehrenamtliches Engagement mit der Preisverleihung in Hamburg nun einen besonderen Abschluss fand. (ekiba - Uwe Gepp)

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