Ein Konzert für den Bischof

Einen weiten musikalischen Bogen spannten die vier Chöre aus dem Kirchenbezirk am vergangenen Sonntagnachmittag in der Lutherkirche Konstanz. Die rund 120 Sängerinnen und Sänger, Bläserinnen und Bläser hatten sich an dem heißen Julitag eingefunden, um Landesbischof Ulrich Fischer beim Auftakt seiner Abschiedstour durch die Kirchenbezirke der Landeskirche Baden musikalisch das Geleit zu geben.

 

„Wir möchten dir mit diesem Konzert danken für die Veränderungen, die du auf den Weg gebracht hast", richtete Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal das Wort an Fischer, der im Juni 2014 in den Ruhestand geht. „Es ist ein buntes Programm, so bunt wie unser Kirchenbezirk und so bunt wie die Landeskirche, die Du 16 Jahre geleitet hast."

Mit einer Fanfare von Traugott Fünfgeld eröffneten der Bezirksbläserchor das Mosaik der Chöre, gefolgt von dem getragenen Satz „Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für uns für“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Beim Bläsersatz von Johannes Matthias Michel „Ich singe dir mit Herz und Mund“ forderte Bezirksposaunenchorleiter Markus Fischer die Zuhörer zum Mitsingen auf, worauf viele kräftig einstimmten und einige sogar vier Strophen auswendig sangen.

Der Bach-Chor Konstanz brachte die Mendelsohn-Motette „Hör mein Bitten“ für Sopran-Solo, Chor und Orgel zu Gehör. Unter Leitung von Bezirkskantor Claus Gunter Biegert musizierten die rund 35 Sänger mit der kurzfristig eingesprungenen Sopranistin Alexandra Schmied und Andrea Jäckle an der Orgel die romantische Komposition mit sehnsuchtsvollem Charakter intonatorisch und interpretatorisch souverän und bewegend.

Kantor Thomas Pangritz von der Petrus-und-Paulusgemeinde in Konstanz setzte danach eine augenzwinkernde Zäsur mit dem Orgelstück „Ataccot“ von Enjott Schneider: die berühmte Bachsche Toccata rückwärts gespielt, was Ulrich Fischer sichtlich amüsierte.
Von dem humorvollen Zitat des Großmeisters der evangelischen Kirchenmusik ging es übergangslos zur Vokalmusik des 20. Jahrhunderts amerikanischer Herkunft. Der Konstanzer Chor Gospel Bridge mit seinem Leiter Thomas Pangritz ließ mit sicht- und spürbarem Engagement drei Gospels und ein afrikanisches Halleluja erklingen, besonders anrührend und in ihrer Schlichtheit eindrücklich war die Stimme der Vorsängerin Elzbieta Schilling.

Den Abschluss bildete Kantorin Pia Löb mit ihrem Jazzchor aus Radolfzell. Mit den beiden  eher melancholischen Arrangements „Hello“ und „September“ und einem recht schrägen Satz des bekannten Beatles-Songs „Good Day Sunshine“ sowie zwei weiteren anspruchsvollen Chorsätzen poppigen und jazzigen Charakters zeigten die 30 Sängerinnen und Sänger, dass in entsprechender Bearbeitung auch Popsongs erhebliches sängerisches Können erfordert.

Ulrich Fischer bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden für den klangvollen Abschiedsgruß. „Das Schönste am Pfarrersein waren die Gottesdienste mit viel Musik, mit Posaunenchor. Das war für mich und meine Frau, die wir eine Kantoreiehe sind, ein wunderbares Geschenk.“

Andacht Februar 2020

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.

1.Kor 7,23

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