Andacht März

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.

Die Bibel: 1. Samuel 7,3

 

Grüezi! Guten Tag!

Jeden Tag finden sich im Internet aufwiegelnde Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Prominews. Würde man den informellen Schreckenshorror ernst nehmen, wäre die Apokalypse auf dieser Welt in vollem Gang. Manche Gruppierungen sehen das auch so. Und schnell ist man selbst mit Zuschreibungen an Personen der Zeitgeschichte mit dabei. Wovor erschrecken wir? Welche Nachrichten bereiten uns Sorgen? Von wem lassen wir uns im ruhigen Handeln lähmen? Man kann auch anders fragen: wann endlich kommt im Leben der entscheidende Moment, einen Schlussstrich zu machen und neu anzufangen? Für den Reformator Ulrich Zwingli war es vor fünfhundert Jahren der Gang über ein Schlachtfeld in Marignano in der Nähe von Mailand. An diesem Schicksalstag erkannte der Feldprediger, dass die Götter der Macht, des Ruhmes und der Gier mehr als zehntausend Söldner in den Tod getrieben hatten. Er verstand mit einem Mal: das waren keine abstrakten Götter gewesen, sondern es waren Herrschende an den Schalthebeln der Politik, die auf die Menschen keine Rücksicht genommen hatten. Zwingli kehrte dem ‚Schlacht‘-Feld, er kehrte dem Wahnsinn den Rücken, er kehrte um. Im Wortsinn: er kehrte zurück in die Heimat, und im übertragenen Sinn: vom Kriegsprediger zum Friedensmahner. Leider hat er diesen Auftrag in seinem Leben nicht durchgehalten. Im Rückblick auf fünfhundert Jahre Reformationsgeschichte erlangt die oben zitierte Losung für den Monat März eine besondere Bedeutung. Als Reformator der Stadt Zürich ereiferte sich Zwingli für den Dienst in der Nachfolge Christi. Mit Verve begann er mit alten Glaubenstraditionen zu brechen und die Bevölkerung der Stadt auf das Leben mit ‚Solus Christus‘, mit dem Glauben in ‚Christus-Allein‘ einzustimmen.

In dem Wort des Propheten Samuel geht es genau um diesen Eifer im Glauben. Es geht um ein Gott gefälliges Leben zu führen. Alles, wirklich alles! was dem im Weg steht, was das Denken und Streben von Gott abhält – es muss beiseite geräumt und abgeschafft werden. In den alten Zeiten Israels waren es Opferbräuche, rituelle Feiern und Verehrung von eigenartigen Götterbildern. Die Menschen fürchteten sich vor der Bedrohung durch fremde Mächte. Herz und Verstand waren angegriffen; deren Lebensmut, deren Hoffnung auf Zukunft waren erschöpft. Man versuchte sich mit Dingen und mit Vordergründigem den Sinn des Lebens schön zu reden. Irgendwann jedoch wurde die äußere Bedrohung durch feindliche Mächte und die Bedrohung des Herzens durch innere Verzweiflung so groß, dass die Leute zu dem weisen Propheten Samuel gegangen sind und ihn um Hilfe gebeten haben. Dessen Antwort auf das Hilfeersuchen war so einfach wie eindeutig: Die einzige Rettung kommt von Gott! Ihr müsst euch wieder Gott zuwenden!

Wie dieser dringende Rat für jeden Einzelnen aussieht, wie das für die Belegschaft einer Firma, wie das für ein Dorfgemeinschaft, für eine Kirchengemeinde, für eine Gesellschaft zum Ausdruck gebracht und gelebt werden kann, das lässt sich nicht immer einfach und eindeutig beantworten. Wer andern vorschreiben möchte, wie dieses Leben mit Gott zu führen ist, nährt leicht das Feuer der Ausgrenzung. Diese Haltung führte bei dem Eiferer Zwingli zu erneutem Kampf und Krieg. Es machte damals eine verfahrene Situation nur noch schlimmer. Heute muss man sagen: allein schon der Dialog über die Belehrung des Samuel: ‚Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein‘ ist lohnend. Denn in einem ehrlichen Gespräch untereinander lernt man den Mitmenschen und dessen Lebensträume besser kennen. Man kann gemeinsam Gott die Ehre geben und gemeinsam etwas Gutes tun. Das Wort des Propheten ermutigt, den guten Weg des Glaubens zu gehen. Das nahende Osterfest verheißt dabei Hoffnung und Zuversicht. In Christus findet sich das neue Leben.

Mögen Sie dies erfahren!

Matthias Stahlmann, Büsingen-Gailingen