Andacht Mai

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir!    

2. Samuel 7,22

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Webseite!

Sie nehmen sich Zeit diese Andacht zu lesen und damit sind Sie auf der richtigen Spur, denn Sie beschäftigen sich mit einer Bibelstelle und, ich unterstelle es Ihnen einfach mal, Sie möchten damit Gott in Ihrem Leben Raum geben, ihm vielleicht sogar begegnen oder von ihm ergriffen werden. Genau darum geht es in dem Bibelvers, den Sie oben lesen.

Wenn Sie jetzt vielleicht noch etwas mehr Zeit haben und den Bibelvers im ganzen Kontext lesen könnten, dann wäre das fantastisch. Denn diese Stelle im Alten Testament handelt davon wie einer von Gott so richtig ergriffen wird, so ergriffen, dass er über Gott sagen, nein vielmehr jubeln muss, „Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir!“ Und derjenige ist König David. Er saß mit dem Propheten Nathan zusammen, denn der Herr hatte David Ruhe gegeben von allen Feinden, so heißt es. Ah, mal durchatmen für König David! Und doch, etwas treibt David um, er macht sich Gedanken darüber, dass er in einem Haus aus edlem Zedernholz wohnt und die Bundeslade, eine Art Truhe, die nach biblischer Darstellung u.a. die zwei Steintafeln mit den 10 Geboten enthielt, nur in einem Zelt stand. König David möchte Gott ehren, in dem er den Weisungen an das Volk Israel gebührend Raum gibt.  Ein Haus Gottes muss her, so denkt David. Aber Gottes Gedanken sind höher und weiter als unsere menschlichen Gedanken und so weist Gott David durch den Propheten Nathan darauf hin, dass er der Gott ist, der mit dem Volk Israel unterwegs war, der Gott, der bei Ihnen ist, wo immer sie auch sind. Und so lautet auch Gottes Name Immanuel – Gott ist mit uns! Ja, das hat König David in seinem Leben immer wieder erfahren, auch wenn schließlich sein Projekt, nämlich Gott ein Haus zu bauen, nicht in die Tat umgesetzt wurde. Dies setzt dann erst sein Sohn, König Salomo, in die Tat um, aber David wird es zumindest angekündigt. Ja und David kann sich von seinen Projekten verabschieden. Er akzeptiert, dass es nicht seine Aufgabe ist, dem Herrn ein Haus zu bauen. Er lässt davon ab und bricht stattdessen in einen unbeschreiblichen Jubel über Gott aus, der sein Leben und sein Königtum gesegnet hat. David ist ergriffen von Gott und wir würden wohl heute sagen, er stimmt in den Lobpreis Gottes ein und die alles auf den Punkt bringenden Worte sprudeln aus ihm heraus „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir!“

Wow, David, so denke ich. Klar, auch du hast deine „Flecken“ im Leben gehabt, aber du hast dich mit Begeisterung an den lebendigen Gott gewandt und ihn angebetet und ihn gelobt und gedankt, für all das, was dir in deinem Leben widerfahren ist.

Ich frage mich, wann war ich das letzte Mal so von Gott ergriffen, wann waren Sie es, liebe Leserin und lieber Leser? Ich möchte von David lernen und mir mein Leben anschauen und darüber nachdenken, was ich schon alles mit Gott in meinem Leben erlebt habe.  Welche Verheißungen hat Gott über mein Leben gestellt und wo kann ich darüber staunen, was er schon alles in meinem Leben getan hat. König David, er macht es uns vor, er lebt uns vor was Anbetung Gottes heißt. Er gibt Gott ganz bewusst Raum in seinem Leben und „setzt“ sich vor ihn, d.h. er sucht Gottes Nähe.

Ich frage mich, habe ich diese Räume in meinem Alltag, in meinem Leben, wo ich bewusst Zeit mit und für Gott einplane? Ja, es gibt sie diese Zeiten in meinem Leben, aber oftmals gehen sie auch unter in der Hektik des Alltags. Darum danke David, dass du mich darauf aufmerksam machst bewusst diese Haltung Gott gegenüber einzunehmen und zu staunen über Gottes Güte und Größe, ihm Raum zu geben in meinem Leben und von ihm ergriffen zu sein. Und dazu muss ich nicht erst eine Kirche bauen, noch nicht mal eine Kirche aufsuchen, nein, ich kann den Tag beginnen, in dem ich z.B. einen Psalm bete oder ein Loblied singe oder indem ich die fortlaufende Bibellese lese und mich mit einem Gebet, so wie es mir gerade kommt, an Gott wende und dabei die Erfahrung wie David mache „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir!

Gott möge es Ihnen und mir schenken.   

 

 Claudia Tissler-Buhr, Konstanz