Andacht Januar 2013

Du tust mir kund den Weg zum Leben:  Vor Dir ist Freude die Fülle und Wonne zu Deiner Rechten ewiglich. Psalm 16,11

Ist das nicht zu schön um wahr zu sein: Freude die Fülle und ewige Wonne? -
„Träum weiter!“ möchte man dem Psalmbeter zurufen – und sich wieder den Alltagsgeschäften zuwenden, wo es dann oft ganz anders aussieht: Jede Menge Frust und immer die gleiche Leier!
Man könnte aber auch einmal genauer nachfragen: „Wie soll denn das zugehen, lieber David?“ 

– und dann würde er uns vielleicht mit hineinnehmen in die Welt seiner Psalmen, wo es einfach alles gibt, was das menschliche Herz bewegt: Neben Freude und Dankbarkeit auch bittere Klagen über erfahrenes Leid: Vom hinterlistigen Mobbing bis zum dreisten Mordkomplott, von tiefer Depression bis zu schweren körperlichen Gebrechen. Doch daneben gibt es noch eine andere Dimension des Lebens: Tiefe, tragende Hoffnung, die selbst vor dem Tod nicht kapituliert.

 

Die Psalmen sind eine Schule des Gebetes, gerade weil sie so lebensnah sind und das Menschsein in seiner ganzen Gebrochenheit ungeschminkt in den Blick nehmen. Auch alle menschlichen Gefühle sind da zugelassen: Nicht nur Freude, sondern auch Frust; nicht nur Liebe, sondern auch Hass. An Gottes rechter Seite, da brauchen wir nicht so zu tun, als wären wir besser, als wir es eben sind. Gerade darin, dass wir so, wie wir sind, vor Gott angenommen, und ohne Vorleistung von ihm geliebt sind, liegt der eigentliche Grund für die überschwängliche Begeisterung des Psalmbeters. Das hievt uns nicht auf Wolke 7, das lässt uns nicht dem Alltag entfliehen, aber es schenkt uns das Bewusstsein dafür, dass das Leben, wie wir es oft erleiden, nicht alles ist. Trotz und gerade in allen Problemen, mit denen wir uns vielleicht herumschlagen: „Der Herr ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mir mein Erbteil“ (Ps.16,5). Wer sich so zu Gott gehörig weiß, der kann darüber auch fröhliche Lieder singen:

Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor Dir ist Freude die Fülle und Wonne zu Deiner Rechten ewiglich.

 

Pfarrer Hartwig Warnke, Konstanz

Tageslosung zum 04.04.2020

Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
Psalm 115,2.3

Gottes unsichtbares Wesen - das ist seine ewige Kraft und Gottheit - wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken.
Römer 1,20

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Wochenandachten

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Andacht April 2020

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

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