Andacht Dezember 2013

zu Johannesevangelium 1, 4 von

In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Johannesevangelium 1, 4

Wir sind schon eine Stunde unterwegs, mitten in der Nacht, im dunklen, dichten Thurgauer Wald. Die Hand vor den Augen ist im wahrsten Sinne des Wortes fast nicht zu erkennen, so finster ist es. Nicht einmal das Mondlicht scheint durch die Wipfel. Wie jedes Jahr sind wir auf dem Weg zu einer kleinen Tanne, die ich am Tag vorher bei Tageslicht mitten im Wald ausgesucht habe. Über Stock und Stein geht der Weg, keine Taschenlampe ist angeschaltet. Schließlich sind wir angekommen, wir stellen uns um die kleine Tanne. Wir schmücken sie mit Kerzenhaltern.

Dann geschieht etwas ganz Unspektakuläres: Einer nimmt ein Streichholz und entzündet die erste Kerze. Und es ist fast unglaublich, welche Stimmung diese kleine Flamme auslöst, mitten im finsteren Wald, wo es sonst stockdunkel ist. Nur diese eine, kleine Flamme. Und wir stehen und schauen mit großen Kinderaugen, bevor wir dann Advents- und Weihnachtslieder in den stillen Wald hinein singen.

Dafür kommen Studierende sogar aus Stuttgart, Basel und Amsterdam angereist, wo sie doch dort in den großen Städten in der Weihnachtszeit genug Lichter haben. Aber hier im Thurgauer Wald wird deutlich, dass uns eine kleine Flamme an einer Tanne in eine andere Stimmung, in eine andere Welt versetzt. Das können die vielen Lichter der lauten Städte nicht.

Man muss kein Student oder Studentin sein, um die Wirkung dieses Lichts nachzuempfinden. Auch bei der Aktion der russischen Kosmonauten, die die Olympische Fackel mit in den Weltraum genommen haben ist die Absicht unverkennbar: der gigantischen Dunkelheit des Universums die Sehnsucht nach Licht entgegenzuhalten.

Der Monatsspruch gibt unserer Sehnsucht nach Licht im Dunkeln eine Richtung. Es ist das Vertrauen, dass in Jesus Christus das Licht der Menschen sichtbar geworden ist. Was bedeutet das für die nervösen Tage vor Weihnachten und überhaupt für alle unsere Tage?

Der Dichter Hermann Hesse wünschte sich, auch eine Begabung als Maler zu haben. Er schrieb: Wenn ich malen könnte, dann würde ich ein Haus malen. Ganz klein. Hoch droben auf den Bergen. Mit viel Dunkel drum herum, mit viel Sturm und Kälte und wenig Aussicht zu bestehen. Und dann würde ich in diesem Bisschen, mitten hinein, einen Punkt setzen aus leuchtendem Gold. Und ich würde mein Bild überschreiben: „Keine Angst“.

Was Hesse hier schreibt ist für mich die Übersetzung des Monatsspruchs vom Licht der Menschen: Mitten im Dunkel- keine Angst.

Karl Menger, Pfarrer der ESG Konstanz (Evangelische Studierenden- und Hochschulgemeinde)

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Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

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„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

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