Andacht Februar 2014

zu Eph 4, 29 von

Redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. zu Eph 4, 29

Redet, was gut ist…
So auf den ersten Blick kann ich nur sagen, ein guter und weiser Rat - klar und verständlich. Doch dann komme ich ins Nachdenken und Fragen. Wann reden wir? Was reden wir? Wie reden wir? Mir fallen „Unsinngespräche“ ein, Spiele mit Worten, Buchstabenverdrehungen in Fremdwörtern,… Je nachdem macht es einfach ungeheuren Spaß! Ist das erlaubt? Der Gehalt dessen, was da geredet wird, erbaut nicht. Die Reden sind auch nicht notwendig (sie wenden keine Not). Andererseits gilt: Lachen ist gesund! Lachen befreit. Sind „Unsinngespräche“ erlaubt? Wie ist es mit Witzen?

Mein Blick geht in die Bibel. Ich will den Vers in seinem Kontext lesen. (Monatssprüche, Jahreslosungen haben ihren Sinn. Aber warum werden oft nur halbe Sätze ausgesucht?) Da steht unter der Überschrift „Weisungen für das neue Leben“: Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.

Faules Geschwätz… Ich rieche den Geruch von faulem Obst - Mandarinen. Unmittelbar wird mir einsichtig, was mit fauler Rede gemeint sein könnte. Ich denke an „andeutende“ Rede. Bei ihr wird nur angedeutet. Es wird nichts Konkretes benannt. Aber in mir entstehen trotzdem sofort Bilder, Gefühle, Befürchtungen…. Ich scheine zu verstehen, was der andere meint. Ich kann aber den, der da gesprochen hat, nicht bei seinen Worten behaften, es war viel zu unkonkret. Aber die Worte wirken trotzdem. Sie wirken meist destruktiv. Manchmal säen sie Misstrauen. Sie können ein eigenartiges fahles Gefühl hervorrufen. Sie hinterlassen ein „Gschmäckle“. Auf diese Art lässt sich auch Stimmung machen.

Es gibt ein Mittel dagegen. Aber das ist anstrengend und auch nervend: ich muss immer wieder nachfragen „was meinst Du genau? Worauf beziehst Du dich? Woran machst Du das fest?“

Es ist erstaunlich, wie schnell einem „andeutende“ Rede unterläuft, nicht etwa aus bösem Willen sondern, weil man meint, der andere würde verstehen. Kommunikation ist ein ausgesprochen kompliziertes und komplexes Geschehen. Wenn die „andeutende“ Rede weitergetragen wird, dann kann ich nicht einmal nachfragen. Derjenige, der weitererzählt, erzählt ja das, was er meint, verstanden zu haben. Er kennt aber den Ursprung nicht, das, was ursprünglich hinter der Andeutung gestanden hat. Es bleiben ungute Gefühle. Es bleibt das Gschmäckle, vielleicht entstehen auch Gerüchte.

Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Ja, es macht Sinn. Ich muss an die drei Siebe des Sokrates denken: Wahrheit – die Frage „ist es wahr?“ Güte – die Frage „ist es gut für jemanden oder etwas?“ Notwendig – die Frage „ist es notwendig?“

Wir müssen nicht immer Erbauliches reden oder dürfen nur Notwendiges sagen. Wir dürfen auch einfach so reden. Unsinngespräche, Witze sind erlaubt! Aber habt Acht darauf, dass das, was Ihr redet, zum Segen dient und niemandem schadet.

Pfarrerin Brigitte Haug, Kirchengemeinde Radolfzell

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