Andacht März 2014

zu Joh 13, 35 von

Jesus Christus spricht: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. Joh 13, 35

Was wird wichtig in der Stunde des Abschieds? Was bleibt, wenn ein Mensch geht? Der Monatsspruch für März, den Abschiedsreden Jesu im Johannes-Evangelium (Joh 13-17) entnommen, gibt darauf eine klare Antwort. Jesus hat seinen Weg ins Leiden vor Augen und erinnert seine Jünger daran, dass sie ein Zeichen in dieser Welt setzen sollen. Die im Miteinander gelebte Liebe Gottes soll hell aufstrahlen, „denn daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid".

Das ist das Erbe, das Testament, das Jesus uns hinterlassen hat: Liebt einander wie ich euch geliebt habe. Die Liebe ist das eindeutige, unverwechselbare Markenzeichen der Nachfolger Jesu. Auch der Tod, das Leiden, der Schmerz und die Trauer können diese Liebe nicht auslöschen. Die Liebe Christi im Miteinander zu leben – das ist Herausforderung und Aufgabe, vor der wir als Jünger in der Nachfolge Jesu stehen. Und an der wir scheitern. Immer wieder.

Der Kreuzweg Jesu, sein Leiden und sein Sterben führen uns in der Passionszeit vor Augen, was Jesus diese Liebe zu uns gekostet hat. Und gleichzeitig wird uns unsere unvollkommene und mangelhafte Liebe schmerzlich bewusst.

Wie weit geht unsere Liebe? Stehen wir mit unserer Liebe so füreinander ein, dass diese Liebe auch die vielen Sünden der anderen zudeckt, wie es die Bibel an anderer Stelle formuliert? Oder zerren wir selbstgerecht Fehler und Schwächen anderer ins Licht, um von eigenen Fehlern und Schwächen abzulenken?

Die Liebe Christi drängt und motiviert zu einem anderen Umgang miteinander. Und die Gebote Gottes helfen uns unser Miteinander zu überdenken. So sollen wir uns beispielsweise nicht verleumderisch und hinterhältig am Gerede über andere beteiligen, sondern den angegriffenen Nächsten schützen, entschuldigen, Gutes von ihm reden, alles zum Besten kehren.

Eine neue, eine andere Sichtweise für unseren Nächsten gewinnen – dazu also will uns Jesus ermutigen. So barmherzig und liebevoll miteinander umzugehen, dass wir im anderen den von Gott geliebten Bruder, die von Gott geliebte Schwester erkennen. Wege der Vergebung und der Versöhnung gehen, einen neuen Anfang im Miteinander suchen – dazu will uns alle das Wort Jesu aus Joh 13,35 in den kommenden Passionswochen einladen.

Vielleicht gelingt es mir / uns im Miteinander als Jünger Jesu erkennbarer in dieser Welt zu leben, wenn wir die empfangene Liebe Christi verschwenderisch und bedingungslos weitergeben. Auch wenn ich dabei an meine eigenen Grenzen, Fehler und Schwächen und an die der anderen stoße. Die Liebe Christi hilft mir, diese Grenzen zu überwinden. In der Vollmacht und durch die Kraft des Heiligen Geistes.

"Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten." (unbekannt)

Eine Anleitung und Empfehlung, diesen Weg der Liebe neu zu entdecken und zu beschreiten findet sich im Lied von Keith Green, Create in me a clean heart (Text des Liedes unter: http://www.songtexte.com/songtext/keith-green/create-in-me-a-clean-heart-5bf1e7e0.html - das Lied anhören unter: http://www.youtube.com/watch?v=rv16YUTCp9U)

Pfarrer Waldemar Matuschek, Schuldekan im Kirchenbezirk Konstanz

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