Andacht August 2014

zu 1.Chronik 16, 23 von

Singt dem HERRN, alle Länder der Erde! Verkündet Sein Heil von Tag zu Tag! 1.Chronik 16, 23

Singen ist in den letzten Jahrzehnten aus der Mode gekommen. Manche Liederkränze und Gesangvereine, die einst stimmgewaltig Sängertreffen mit ihren Auftritten krönten, haben den Sprung in die nächste Generation nicht mehr geschafft. Gut, es gibt Chöre, die ihr Repertoire und ihren Klangkörper drastisch verjüngt haben. Pop & Jazz -Chöre und eine große Vielfalt an Gospelchören haben sogar eine neue Klientel zum Singen gebracht. Aber aufs Ganze gesehen? Außerhalb verschworener Chorgemeinschaften? Wo wird im Privatleben, bei Familienfesten, Gartenparties, Grillfesten etc. freiwillig gut und gerne gesungen? Und erst recht in der Öffentlichkeit? Etwa im Biergarten? Nein, nicht auf der Bühne, sondern alle miteinander?

Obwohl intensives Singen körpereigene Glücksdrogen freizusetzen vermag, ist der Befund insgesamt entmutigend. Mit einer Ausnahme. Da wird in gigantischen Chören aus voller Kehle gesungen, mit Inbrunst, Leidenschaft und Tränen. Wenn’s sein muss stundenlang. Bis zu Heiserkeit und Stimmverlust. Nein, hier ist nicht von überfüllten Kirchen die Rede, sondern von der größten weltweiten säkular-religiösen Sing-Gemeinde in den Fußballstadien rund um den Globus: Warum schafft „König Fußball“ es - nicht nur bei „Weltmeister ‘Schlaand!“-, die Massen zum Singen zu animieren, während weder die Kirchen noch andere Religionen, weder freie Kultur noch Politik und Gesellschaft das in vergleichbar überzeugendem Ausmaß zuwege bringen?

Ich vermute: Weil es ja niemals nur um das Singen um des Singens willen geht. Sondern um eine ganz andere „gute Sache“, von der Menschen sich aber so mitreißen lassen, dass sie davon sogar lauthals „singen und sagen“, wie der Engel in Martin Luthers Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her!“ verkündet.

Das, wovon Menschen freiwillig singen, ist Herzenssache! Drunter geht’s nicht! - weiß Jesus von Nazareth: „Wovon das Herz voll ist, davon geht einem der Mund über!“ (Matt 12, 34b) Seine wahre Herzensbildung und Gesinnung kann niemand verleugnen. Ob Du es gut oder böse meinst, tritt beim Singen offen zutage!

Spätestens aber beim Tanzen scheiden sich die Geister völlig: Der große König David tanzt halbnackt vor der hochheiligen Bundeslade her, als er sie in seine neue Hauptstadt Jerusalem heimholt, um durch seinen Freudentanz ebenso wie durch sein großes Danklied Gott zu loben und zu preisen. Seine Königin Michal verlacht und verachtet ihn dafür ... (1. Chronikbuch 15+16)

Schön, dass es so viele fußballbegeisterte Christen gibt; das dürfte dem Stadiongesang durchaus zugute kommen! Schön wäre es aber auch, wenn es mindestens ebenso viele Christus-begeisterte Fußballfans gäbe. Das würde den Kirchengesang zum einem gewaltig brausenden Gotteslob anschwellen lassen, wie es uns bislang nur Johannes im Buch der Offenbarung verheißen hat (z.B. Offb 19, 6). Nicht um als größter Chor der Welt im Guinessbuch der Rekorde zu landen. Sondern um der Herzenssache willen, die diesem Gesang nur zugrunde liegen kann. Und der nur deshalb ebenso so groß oder noch größer werden könnte als alle Fußballchöre. Denn so, wie Fußball gar keine „Sache“ ist, sondern gerade auf dem Rasen mit den dort agierenden lebendigen Menschen steht und fällt, so ist erst recht der christliche Glauben keine „Sache“, sondern eine „persönliche Affäre“, eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zwischen Gott in Jesus Christus und uns, den von Gott so unfassbar heißgeliebten Menschen.

Es brauchte allerdings auch im Fußball Jahrzehnte, bis sich nicht nur bei Vorreiter Borussia Mönchengladbach, sondern bei jedem von anständigen Fans getragenen Fußballclub eine ausgefeilte Stadionliturgie etabliert hat.

Deshalb hoffe ich auch für uns und mit dem Herrn der Kirche auf die zwar langsame, dafür aber unaufhaltsam stetige Lern- und Begeisterungsfähigkeit in den Herzen Seiner Fans ...

Pfr. Holger Müller, Insel Reichenau

Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

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Wochenandachten

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Andacht April 2020

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

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