Andacht November 2014

zu Jesaja 1, 17 von

Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht! Tretet ein für die Witwen! Jesaja 1, 17

Das Volk Gottes ist aufgerufen zur sozialen Verantwortung! Regierende ebenso wie Bürgerschaft. Stark finde ich an moralischen Appellen im Alten Testament wie diesem, dass sie auf eine gute, gerechte Gesellschaft zielen. Gott will für jeden Menschen ein gutes Leben. Und dieses soll durch den Staat und die Bürgerschaft getragen und garantiert werden!

Nach einem längeren Aufenthalt in den USA, von dem ich vor einem Jahr zurückgekehrt bin, kommt mir das Leben hier im Sozialsaat Deutschland paradiesisch vor: Mehr Versorgung durch den Staat geht fast nicht, stelle ich fest, wenn ich das „hier“ mit dem „dort“ vergleiche, wo der Staat als Rundumversorger gar nicht erwünscht ist; und viele dort bleiben auf der Strecke und haben das Nachsehen – knallhart und real. Für unsere Ortsgemeinden hier stellte ich im Vergleich fest, dass Gemeinden hier in Deutschland für soziale Hilfeleistungen nicht wirklich so notwendig sind – es gibt ja zudem kirchlicherseits die Diakonie, auch eine Institution, die die staatliche „Versorgung“ ergänzt und das professionell! Paradiesisch! Oder nicht?

Warum finden sich da in der Gemeinde plötzlich Menschen zusammen mit einem Eifer und Leuchten in den Augen, wie ich ihn vorher noch nicht gesehen habe? Um sich darüber auszutauschen, wie den neuankommenden Flüchtlingen geholfen werden kann? Warum sind sie wie aufgezogen, begeistert, leidenschaftlich dabei? Warum ist es mir, als fände hier ein wirklicher, mitreißender Gottesdienst statt? Ich habe ein paar Antworten: Weil hier der Leib Christi seine Muskeln betätigt, statt rumzusitzen. Und weil eine Aufgabe, gemeinsam angepackt, eine Gruppe am meisten zusammenschweißt. Und weil diese Menschen sich hier, beim Engagement der Nächstenliebe, Gott nahe fühlen – vielleicht sogar näher als in einem Gottesdienst oder als beim Bibellesen. Das gibt es! Es gibt unterschiedliche Zugänge zur Nähe mit Gott, (nach Gary Thomas, Sacred Pathways), und jeder Zugang ist gleichwertig. Dies kann uns als Gemeinden und PfarrerInnen erklären, warum manche Gemeindeglieder fast nicht in den Gottesdienst zu kriegen sind, und wenn es darum geht anzupacken und Menschen in Not zu helfen, sind sie sofort da! Da spüren sie die Nähe zu Gott!

Ich glaube: Wir als Gemeinden hungern nach sozialen Aufgaben, die wir anpacken können - nach der Nähe zu Gott, der will, dass sein Volk lernt, Gutes zu tun! Für das Recht sorgt! Den Unterdrückten hilft! Den Waisen Recht verschafft! Und eintritt für die Witwen!

Pfarrerin Stefanie Hasenbrink, Gottmadingen

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Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

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„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

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