Andacht Dezember 2014

zu Jesaja 35,1 von

Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien. Jesaja 35,1

Haben Sie die Rede des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King einmal gehört? „I have a dream – ich habe einen Traum.“ https://www.youtube.com/watch?v=3vDWWy4CMhE

Keine perfekte Aufnahme, das Rauschen nervt. Und doch: Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich die alte schwarz-weiß Aufnahme von Kings Rede sehe oder neben dem Rauschen die Stimme Kings höre. Mit dem Propheten Jesaja war es genauso. Wie M. L. King malt Jesaja mit kräftigen, leuchtenden Farben das Bild einer neuen Zeit. So wird es sein! Und es wird gut sein! Ach was, gut - das erstarrte Land wird Luftsprünge machen! Es wird ganz anders als jetzt sein! Jesaja hat sich das Motiv seines Bildes der neuen Zeit aus der Natur abgeschaut. Er kennt den Frühling, wenn zwei Wochen lang die Wüste in tausend Farben explodiert. Heute hören wir ihn inmitten der dunklen Dezembertage: Die Wüste wird jubeln und blühen. Inmitten der Flüchtlingsströme aus Syrien, inmitten der Nachrichten über Ebola und der Berichte über das Heer von arbeitslosen Jugendlichen in Südeuropa. Traumwelt gegen Realität?

Gerade eben sprechen mich zwei Studenten in der ESG an. Sie fragen nach einem Raum, wo sie sich einmal in der Woche für zwei Stunden mit Flüchtlingen aus Syrien treffen können. Sie wollen Tee kochen, miteinander sprechen, über den Weihnachtsmarkt bummeln, bei Anfragen der Ämter den Flüchtlingen helfen, kleine Ausflüge organisieren. So stelle ich es mir vor, dass das Blühen in der Wüste beginnt. So fängt es an. Mit den Worten der Dichterin Hilde Domin gesagt: „Es knospt unter den Blättern. Sie nennen es Herbst.“

Pfarrer Karl Menger, ESG Konstanz (Evangelische Studierenden- und Hochschulgemeinde)

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Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

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Wochenandachten

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Andacht April 2020

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

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