Andacht Januar 2015

zu Genesis 8, 22 von

Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte. Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht! Genesis 8, 22

Eine mutige Ansage ist das! Sie ist womöglich schon über 3000 Jahre alt – und hat sich seitdem für unseren blauen Planeten aufs Ganze gesehen Jahr für Jahr bewahrheitet.

Doch was sind 3000 Jahre aus dem Blickwinkel der Naturwissenschaftler und Philosophen, die sich mit der Welt als Ganzem beschäftigen? Diese „Kosmologen“ jonglieren mit Milliarden von Jahren (etwa 13 seit dem „Urknall“?) bei den Fragen, ob und wie unser Universum einmal entstanden sein mag, welche Bedingungen erfüllt bleiben müssen, damit es weiterbesteht, und ob es irgendwann einmal untergeht - oder womöglich doch unendlich fortbesteht? Ihre Hypothesen sind vielfältig, gegensätzlich - und vor allem: extrem schnelllebig und vergänglich.

Seit Jahrzehnten trauen sich Astronomen, Astrophysiker und Kosmologen ihre Hypothesen und Untersuchungen nur noch mit genauem Datum des Redaktionsschlusses zu veröffentlichen. Denn neuere Entdeckungen und überzeugendere Erklärungsmodelle können alles bislang Gedachte von heute auf morgen über den Haufen werfen. Warum? Weil nicht nur das Beobachten und das Interpretieren dessen extrem schwierig sind, sondern erst recht die Einbettung all dieser Daten in eine Gesamtsicht der Welt.

Jede umfassende Weltanschauung und die Auswahl ihrer Spielregeln sind aber ein höchst theoretisches, ja philosophisches Geschäft. Das bedeutet jedoch: Nichts ist jemals beweisbar! Alles hat bestenfalls eine auf unbestimmte Zeit noch nicht widerlegte Plausibilität und Wahrscheinlichkeit. Gesicherte Fakten? Gibt’s nicht. Die Glaubwürdigkeit liegt allein im Auge des Betrachters. Um so interessanter wird da die Frage, wer das jeweils ist ... Wahrscheinlich ist derzeit in den meisten gängigen Kosmologien aber, dass in einigen Milliarden Jahren unsere Sonne all ihren Wasserstoff zu Helium verbrannt hat, dann implodiert, dadurch explodiert und so ihre Handvoll Planeten schlicht mit verglüht. Dass bis dahin noch Menschen auf unserer guten alten Erde leben, ist eher unwahrscheinlich.

Angesichts der langen Vorgeschichte ist die Menschheit noch eine der jüngsten und bislang kürzesten Episoden der Weltgeschichte. Ob wir spätestens beim Verglühen des Planeten Erde so schlau sind, auf einem anderen Planeten das Gastrecht erringen und wahrnehmen zu können, regt die Fantasie zu vielfältigen Science-Fiction - Epen an, wie jüngst der beeindruckende Film „Interstellar“ ...

Doch die Hoffnung stirbt nicht zuletzt, sondern nie! Solange es Menschen gibt, sind darunter auch solche, die ahnen: Wir verdanken uns nicht uns selbst. Unser Woher und Wohin, unser Warum und Wozu liegt außerhalb unseres Horizonts, in einer anderen Dimension, auf einer höheren Ebene. Wir lechzen aber danach, einen Blick darauf zu erhaschen, irgendwie doch an brauchbare Informationen zu gelangen, um uns selbst besser verstehen und unser Leben plausibler und verantwortungsvoller gestalten zu können.

Da wir selbst aber nicht über unseren vierdimensionalen Tellerrand schauen können, muss uns dieser Einblick von höherer Warte aus gewährt werden. Dies nennt sich „Offenbarung“ im Allgemeinen und „Inkarnation“ im Besonderen. Vom Großen Ganzen, den Ersten und Letzten Dingen, von Gott und Mensch erfahren wir erst und nur etwas, wenn Gott sich uns offenbart und Er selbst Mensch wird. Was und wie uns da geschieht, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält und was auch uns ruhelos nach der Erfüllung suchen lässt, das verdichtet sich in einem einzigen, äußerst gehaltvollen Wort: Liebe.

Lied "Regenbogen, Segensbogen"

Pfarrer Holger Mülle, Kirchengemeinde Reichenau

{jcomments on}

Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

Weiterlesen...

Wochenandachten

Wochenandachten

Andacht April 2020

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

Weiterlesen...