Andacht April 2015

zu Matthäus 27, 54 von

Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Matthäus 27, 54

Liebe Leserin, liebe Leser,

Manchmal ist es gut, Dinge aus einer gewissen Distanz heraus zu betrachten. In einem Konflikt beispielsweise bewusst innerlich einen Schritt zurückzutreten und zu fragen: Worum geht es hier eigentlich? Wenn wir zu sehr in eine Sache involviert sind, haben wir oft nicht mehr die innere Freiheit, sinnvolle Lösungen für ein Problem zu finden. Menschen, die in helfenden Berufen arbeiten, brauchen unbedingt professionelle Distanz, um ihre Arbeit angemessen ausüben zu können.

Aber manchmal ist es auch umgekehrt. Da ist Anteilnahme, ist ein mitfühlender Blick, ein mitfühlendes Ohr nötig, um überhaupt zu verstehen, worum es in einer Situation geht. Da muss man in die Situation hineingehen, sie ein Stück weit von innen erleben, um wirklich etwas zu erkennen. Die Distanz aufgeben, sich mit Herz und Sinnen einlassen - die Passionsgeschichte erzählt an einigen Stellen davon, wie Menschen auf diese Weise ihre Haltung verändern. Wie aus Zuschauern Beteiligte werden. Beispielsweise der Hauptmann, der unter Jesu Kreuz stand. Das Geschehen ergreift ihn, er verlässt seine Zuschauerrolle und erkennt: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ Das äußere Geschehen scheint dabei seine innere Bewegung zu spiegeln: „Die Erde erbebte, die Felsen zerrissen, die Gräber taten sich auf…“(Matth.27,53). Die Bewegung des Kosmos ist ein Bild für das, was bei den Menschen unterm Kreuz innerlich in Bewegung kommen kann!

Die Aussage des römischen Hauptmanns – unser Monatsspruch – ist eine Glaubensaussage. Dass Jesus Gottes Sohn ist, können wir nicht mit dem Verstand erfassen. Wir können die Worte nicht aus der Distanz heraus begreifen, sondern nur, indem wir uns auf den Tod und die Auferstehung Jesu einlassen. In der Dunkelheit seines Todes erfahren wir die schöpferische und lebensschaffende Kraft Gottes.

Wir sind eingeladen, diese Kraft auch selbst immer wieder neu zu entdecken, gerade dann, wenn unser eigenes Leben Risse bekommt, wenn bisherige Sicherheiten in Frage gestellt sind – wenn wir den Tod in seinen verschiedenen Gestalten erleben. Gerade dann können wir darauf vertrauen, dass Gott uns in eine neue Bewegung hineinnimmt: vom Dunkel zum Licht, von der Verzweiflung zu neuer Hoffnung, vom Tod zum Leben!

Andrea Fink, Pfarrerin der Luthergemeinde Singen

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Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Markus 14,26

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„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1 Korinther Kap. 15 Vers 42

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