Andacht August 2015

zu Matthäus 10, 16 von

Jesus Christus spricht: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“Matthäus 10, 16

Moderne Fußballtrainer entwerfen für Ihre Mannschaften einen sogenannten „Matchplan“. Sie legen alle Daten und Erkenntnisse über die eigenen Spieler zugrunde und analysieren gleichzeitig die Stärken und Schwächen der Mannschaften, auf die sie im Wettkampf treffen. Dann entwickeln sie eine geeignete Taktik. Das gleiche tun Trainer von Radfahrern, von Handballern und von Tennisspielerinnen usw.

Auf die eigenen Stärken zu vertrauen und dennoch die Gegenspieler im Blick zu behalten – das scheint ein Erfolgsrezept im Sport zu sein.

Jesus schickt seine „Mannschaft“ mit einer ähnlichen Taktik los. Im Wissen darum, dass die Botschaft von Gottes Neuer Welt unter den Zeitgenossen durchaus auf Widerstand und Unverständnis stoßen wird, trägt er den Aposteln auf klug zu sein wie die Schlangen und aufrichtig wie die Tauben. Umsichtig und ehrlich. Geschickt und authentisch.

Dass Menschen im Dienst und im Auftrag Jesu Christi aufrichtig, ehrlich, friedfertig, friedenstiftend, heilsam und versöhnend auftreten sollen, ist dabei nicht überraschend. Darin – so verstehe ich Jesus – liegen die Stärken seines Teams. Zu den Kernkompetenzen seiner Mannschaft gehört die Fähigkeit, die Botschaft von der Gnade und vom Frieden Gottes mit Worten und Gesten weiterzutragen. Dafür steht die Taube. Friede soll von den Anhängern Jesu ausgehen. Die Hoffnung auf eine Welt, in der es so zugeht, wie Gott es möchte – das soll ausstrahlen. Kein Heulen nicht mit den Wölfen, weder mit den ökonomischen Wölfen (oder den Heuschrecken) noch mit den politischen oder sonstigen Wölfen. Keine Revanchefouls auf dem Feld und keine obszönen Gesten ins Publikum, sondern freundliche und werbende Begeisterung für das Evangelium.

Dass Christenmenschen dabei auch klug vorgehen sollen, klingt vielleicht überraschend. Klug zu sein – daran wurden wir auf dem Kirchentag wieder erinnert – bedeutet, sich seiner Möglichkeiten und Grenzen bewusst zu sein. Martin Luther erkennt die Klugheit der Schlangen darin, dass sie in geschickter Weise ihren Kopf verbergen, wenn Gefahr droht – ihn nicht in den Sand stecken, aber eben auch nicht unnötig dem Gegner aussetzen.

Jesus weiß, dass Menschen, die mit seiner Botschaft losziehen, immer wieder von den Rängen ausgepfiffen und auf dem Spielfeld auch rüde angegangen werden.

Kluge Christenmenschen vertrauen auf dem Spielfeld des Lebens auf ihre geistlichen Stärken. Kluge Christen prüfen sorgfältig, wann und wo und auf welche Weise diese Stärken zum Tragen kommen können. Kluge Christen wählen die Orte und die Gelegenheiten zur Verkündigung der guten Botschaft mit Bedacht. Kluge Christen plärren ihre Botschaft nicht einfach in die Welt hinaus. Kluge Christen heulen zwar, wie gesagt, nicht mit den ökonomischen Wölfen, aber sie verachten das Ökonomische auch nicht. Sie wissen, dass auch eine Kirche nicht über ihre ökonomischen Verhältnisse leben darf, will sie den nachfolgenden Generationen nicht eine untragbare Last aufbürden. „Das Haus, das die Träume verwaltet“: mit diesem schönen Bild hat Fulbert Steffensky einmal die Kirche beschrieben. Da schwingt unser Jesuswort mit. Es braucht beides für die Kirche, in einer guten Balance: das Träumen (Aufrichtigkeit) und die Verwaltung (Klugheit).

Kluge Christen bewahren einen kühlen Kopf. Sie vertrauen auf den Geist Gottes, der sie treibt und motiviert. Sie verlieren nicht ihren Kopf, auch wenn´s im Spiel des Lebens unrund zugeht.

Schließlich:
Mit dem besten Matchplan kann man scheitern. Richtig guten Trainern gelingt es, ihre Teams darauf einzustellen. Auch mit der besten Botschaft der Welt kann man scheitern. Jesus wusste das. Menschen in der Nachfolge Jesu müssen sich immer auch daran messen lassen, wie sie mit Niederlagen umgehen. Auch da gilt, was der Wunderläufer Emil Zatopek gegen Ende seines Lebens von sich gesagt hat: „Mit meinen Siegen habe ich Geld und Ruhm verdient. Durch meine Niederlagen bin ich Mensch geworden.“

Schuldekan Martin Lilje, Konstanz

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