Andacht Juni 2016

zu Exodus 15, 2 (2. Mose 15, 2) von

„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.“ (Exodus 15,2)

Wann fühle ich mich stark? Meistens dann, wenn ich eine schwierige Situation gemeistert habe. Nach einer ärztlichen Vorsorgeuntersuchung etwa oder wenn ich wieder lebend vom Zahnarztstuhl klettere.

Eigentlich sind das Situationen, in denen ich nichts Besonderes geleistet habe. Außer dass ich mich getraut habe, zur Vorsorgeuntersuchung oder zur Zahnärztin zu gehen. Die, die dafür gesorgt haben, dass ich stark bleibe, sind andere. Die Zahnärztin vielleicht, aber vor allem Gott, der mich vor dem Schlimmsten mal wieder bewahrt hat. Er hat mich stark gemacht. Er ist meine Stärke.

So singt Mose, nachdem die Israeliten der Sklaverei aus Ägypten entkommen sind und sie trockenen Fußes durchs Schilfmeer gehen konnten, während die Verfolger von den Fluten verschlungen wurden: „Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.“

Mose und die Israeliten hatten die schwierigsten Situationen lebend überstanden. Sklaverei, Lebensgefahr, Verfolgung. Es hat schon auch persönlicher Mut dazugehört, da - im wahrsten Sinne des Wortes – hindurchzugehen. Aber der, der dafür gesorgt hat, dass Mose und die Israeliten stark bleiben konnten, war ein anderer. Und so kann Mose befreit singen: „Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.“

In Zeiten, in denen Menschen auf unserem Erdkreis wieder unterwegs sind, weil sie vor Krieg, Gewalt und unwürdigen Bedingungen fliehen und eine neue Heimat suchen, wünsche ich ihnen diese Stärke. Die nicht nur aus ihnen selbst kommt. So dass auch sie singen können: „Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.“

Pfarrerin Sabine Wendlandt, Reichenau
Foto: Frank Fuchshuber

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Gedanken zur Tageslosung vom 09.04.2020

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