Andacht September 2020

Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

2.Kor 5,19

 

Lieber Andachtsgast (m/w/d)!

Herzlich Willkommen zu den Gedanken zum Spruch des Monats September!

Wer die Losungen liest und an den Botschaften der Bibel für sein Leben interessiert ist, stolpert manchmal über die Worte der Heiligen Schrift. Paulus schreibt seine Überzeugung an die Gemeinde in Korinth. Dies war eine Gemeinde, in der es ziemlich turbulent zuging. Nach allem was die Wissenschaftler bei ihren Recherchen herausgefunden haben, gab es unter der jungen christlichen Gemeinschaft viele verschiedene Parteien. Jeder beanspruchte ihre eigene Auslegung der Lehren des Apostels. Paulus musste des Öfteren mahnend fürsorglich von außen eingreifen. Sie kennen seine beiden Briefe, die er mit viel Herzblut geschrieben hat. Es lohnt sich, diese Briefe wieder einmal im Zusammenhang zu lesen.

Als ich den Satz las, war ich beim ersten Blick dieses Mal nicht sonderlich erbaut. Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. Wenn ich das Weltgeschehen der letzten Monate betrachte, wenn ich die Weltereignisse in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten betrachte, dann könnte mich dieser Glaubenssatz eher ratlos stimmen. Ich frage mich, warum Gott eigentlich die Welt mit sich versöhnen sollte. Die Menschheit ist schon seit Jahrhunderten so ignorant dumm, dass ich verstehen könnte, wenn Gott keine Lust mehr hätte, diesen Menschen zu helfen. Warum versöhnen, wenn der Mensch an Versöhnung gar nicht interessiert zu sein scheint? Corona ist der letzte i-Punkt in einer Welt, die nur noch ausgebeutet wird. Überbevölkerung. Vernichtung der Regenwälder. Zerstörung der Ökosysteme. Wir kennen die Stichworte. Endlose Reihen ließen sich anführen.

Warum gilt trotzdem Gottes Zuspruch. Weshalb glaube ich weiterhin daran, dass Gott keinen Menschen in der Krise hängen lässt?

Weil Gott mit anderen Maßstäben misst. Weil allein das Angebot der Versöhnung das kranke Hirn des Menschen in die Lage versetzen kann, innezuhalten und umzukehren. Nur wer die Chance erhält, aus seinen Fehlern zu lernen: Nur wem die Fehler nicht ewig nachgetragen werden. Nur wer aufgerichtet und ermutig wird – der kann durchatmen und etwas Neues beginnen. Versöhnung ist das Geheimnis der Erlösung von einem zerstörten Leben. Paulus wusste das schon zwei tausend Jahre vor Eli Wiesel. Er hat diesen Glauben an die Christen in Korinth weitergegeben. Angesichts der dortigen Unversöhnlichkeiten zwischen den Parteien geradezu eine Herausforderung. Der Monatsspruch im brieflichen Zusammenhang gelesen eröffnet neue Chancen für ein versöhntes Miteinander-leben der Menschheit, gleich welcher Kultur und welchen Glaubens: Erkennt, daß Gott in Christo war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt. So sind wir nun Gesandte für Christum, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott! Einen ganzen Monat haben wir Zeit diesen Zuspruch in unserer täglichen Umgebung umzusetzen! Denn wir sind Gesandte Gottes in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten droht!

Matthias Stahlmann, Pfarrer am Hochrhein

Gedanken zur Tageslosung vom 27.09.2020

Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Psalm 98,2

Als Barnabas und Paulus in Antiochia angekommen waren und die Gemeinde versammelt hatten, berichteten sie, was Gott alles durch sie getan und dass er allen Völkern die Tür zum Glauben aufgetan habe.Apostelgeschichte 14,27

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