Englischsprachiges Kamerun in Not

Erneut ereilen uns schreckliche Nachrichten aus Kamerun, aus dem englischsprachigen Teil, in dem auch unser Partnerkirchenbezirk Donga-Mantung liegt. 

"Die aktuelle Lage in Südwest-Kamerun ist ein Bürgerkrieg, bei dem die kamerunische Armee ganze Dörfer niederbrennt, unschuldige Zivilisten tötet und der anglophonen Bevölkerung systematisch die Lebensgrundlagen entzieht. Von diesen Untaten im Namen des langjährigen Diktators Paul Biya dringt kaum etwas an die Ohren der deutschen Öffentlichkeit. „In Kamerun werden Menschen abgeschlachtet und Europa schweigt.“

So lautete der Vorwurf eines kamerunischen Delegierten, der für mehrere Wochen im Deutschland zu Gast war. Beim Austausch über die Lage in Kamerun wurde deutlich, dass den Teilnehmenden die Frage unter den Nägeln brennt, was Europa tun kann, um diesen Konflikt zu deeskalieren und für eine Perspektive von Gerechtigkeit und Frieden für die Menschen Kameruns einzutreten." (Partnerschaftsseminar am 16.06.2018 in Stuttgart)

Was im November 2016 mit Unruhemeldungen begann, hat sich nun dramatisch zugespitzt und grausame Züge angenommen, welche Menschenrechte außer Acht lassen und Menschenleben auf bestialische Weise nehmen. Es erreichen uns Bilder und Erzählungen von Geflüchteten, die schockieren und einen sprachlos zurücklassen. Es braucht jede verfügbare Energie, um das unsägliche Leiden der Zivilbevölkerung an die Öffentlichkeit zu bringen.

Gott sei Dank sind bisher kaum Orte unseres Partnerkirchenbezirks Donga-Mantung betroffen, aber die Zukunft aller Kameruner im englischsprachigen Raum ist ungewiss.

Am Samstag, den 16.06.2018 kamen in Stuttgart auf Einladung der Basler Mission Deutschland / EMS Vertreterinnen und Vertreter von Partnerschaftsgruppen und Verantwortliche von Kamerun-Beziehungen zusammen. Vor diesem Hintergrund ist aus der intensiven Arbeit eines kleinen Teams beigefügter Stuttgarter Aufruf für Achtung der Menschenrechte in Kamerun entstanden, der einen sehr guten Einblick in die aktuelle politische Lage und die Lebenssituation der Menschen vor Ort gibt.

Weitere Informationen auch unter http://brennpunktkamerun.org/