Das fühlen sicher viele von uns in dieser Woche. Aber was ist das eigentlich, den Sommer fühlen? Und warum fühlt es sich so gut an?
Anfang des Jahres wurde mir auf einem theologischen Kongress folgende Frage gestellt: „In welcher Jahreszeit befindest du dich im Moment?“ Ganz spontan war mein Gefühl, tief im Winter. Doch dann hat mich etwas berührt, wie angestupst und darauf hingewiesen, dass es vielleicht doch schon der Frühling ist, der sich langsam bemerkbar macht. Frühling fühlt sich für mich an wie Energie tanken, Aufbruch und Mut.
Ich habe gemerkt, um richtig in sich reinzufühlen, braucht man kleine Momente der Achtsamkeit. Hierbei hilft eine Zeit der Einkehr, vielleicht sogar eine Hingabe zu Gott im Lesen und Hören der Bibel. Dafür muss man keine Woche ins Kloster. Also startete ich einen Selbstversuch: jeden Morgen 10 Minuten in Stille, mit einem Bibelvers.
In Jeremia 17,7 zum Beispiel heißt es: „Aber Segen soll über den kommen, der seine ganze Hoffnung auf den HERRN setzt und ihm vollkommen vertraut.“ Jeremia setzt diese Aussage den Vergehen der Menschen aus Juda entgegen, die sich von Gott abgewandt haben und falsche Idole anbeteten. Er erinnert daran, dass wir alle von Gott gesehen und gesegnet sind. Wir sind daher eingeladen ihm zu vertrauen und seinen Wegen zu folgen.
Wie oft lassen wir uns heute verführen von Beiträgen auf Instagram oder beeinflussen von charismatischen Menschen in der Politik? Vielleicht sollten wir uns ab und zu ein bisschen Zeit nehmen, Handy und Medien abschalten und in uns reinhören und uns öffnen für das leise Flüstern Gottes in unserem Leben – gerne geleitet von einem Bibelvers.
„Aber Segen soll über den kommen, der seine ganze Hoffnung auf den HERRN setzt und ihm vollkommen vertraut.“ So einfach kann das sein? Vielleicht klingt diese Zusage banal – angesichts der Krisen unserer Zeit. Mir hilft dieser Zuspruch aber dabei, um mich daran zu erinnern, dass ich nicht alles selbst in der Hand habe, dass ich mich hingeben kann in die Obhut Gottes und mich nicht ablenken lasse von anderen Meinungen oder Taten. Was für ein schöner Gedanke.
Mein Selbstversuch hat zumindest dafür gesorgt, dass ich mir jeden Morgen die Fragen stelle: Wo stehe ich? Was ist heute dran? Wo wirkt Gott gerade hinein in unsere Zeit und mein Leben? So gehe ich achtsamer durch den Tag und fühle, in welcher Jahreszeit ich im Moment bin. Noch bin ich zwar nicht ganz im persönlichen Sommer angekommen, aber ich spüre, dass die Knospen in meinem Frühling endlich blühen und anfangen, ihre Kraft zu entfalten. Und dabei helfen natürlich auch die Sonnenstrahlen, die wir in dieser Woche genießen dürfen - endlich Sommer.