Ja, was glaube ich eigentlich? Letzten Monat wurden wir in einem Seminar gebeten, das christliche Glaubensbekenntnis in einer Kleingruppe gemeinsam für uns zu verfassen. Interessanterweise war der Konsens größer als ich dachte, auch wenn wir aus unterschiedlichen kirchlichen Prägungen kamen von katholisch über freikirchlich bis hin zu evangelisch.
„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ So lautet der Einstieg des apostolischen Glaubensbekenntnisses, das den meisten Christen (noch) bekannt ist.
In unseren eigenen Formulierungen waren wir aus meiner Sicht gar nicht so weit weg von dem vor Jahrhunderten verfassten Text:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den ewig Seienden, der alles geschaffen hat, der mich wollte und mich liebt.
An seinen Sohn Jesus Christus Gott, als Mensch in der Welt geboren, gelebt, gelitten, gestorben, auferstanden, aufgefahren, um uns Vergebung der Sünden, Gemeinschaft, Auferstehung und ewiges Leben zu gewähren.
An den Heiligen Geist, die Gegenwart Gottes unter uns, der uns lehrt, begleitet, belebt, inspiriert..
Es scheint also so eine Art „common sense“ zu geben, der uns alle zu Christen macht und auf den wir uns einigen können. Wie schön ist das Gefühl, in einer Gemeinschaft getragen zu sein, zu wissen, ich habe ein Fundament, auf das ich mich verlassen kann. Gerade in Zeiten, in denen Sicherheit an vielen Stellen verloren geht, in denen man den Glauben an vieles verliert.
Mir ist bewusst geworden, was für eine Kraft darin stecken kann, sich seines Glaubens immer wieder bewusst zu werden und sich selbst den Zuspruch zu geben „Ja, ich glaube und ich bin getragen durch meinen Glauben“. Das heißt nicht, dass ich nicht auch zweifle. An mir, an Gott, am Glauben. Aber auch da kann es helfen, sich das Glaubensbekenntnis fast wie zur Meditation vorzusprechen, zur Ruhe zu kommen und den Fokus nach innen zu geben. Und manchmal gibt es auch Tage oder Lebensphasen, in denen ich nicht alle Artikel des Glaubensbekenntnisses mitsprechen kann, an denen die Zweifel und Fragen zu groß sind. Da hilft es zu wissen, es wird in der Gemeinschaft weitergesprochen, für mich und meine Anliegen. Damit sind meine Zweifel und Fragen aufbewahrt. Ich glaube, auch an die Gemeinschaft der Heiligen und die Kraft, die davon ausgeht.